Materialien zum Leben und Werk von Prof. Max Koch, eines über Berlin und Potsdam hinaus bedeutenden Künstlers und Kunstlehrers.
Samstag, 7. Oktober 2017
Kunstblatt: Alt-Potsdam
Alt-Potsdam, Maße und Verbleib des Originals sind unbekannt. Abbildung als Kunstblatt in: Westermanns Monatshefte, Bd. 124.II, August 1918, o.p., eingebunden nach S. 532.
Hindenburg
Hindenburg, 1918, Maße und Verbleib des Originals sind unbekannt. Abbildung nach einer Fotografie von Hermann Boll als Kunstblatt in: Westermanns Monatshefte, Bd. 124.II, August 1918, o.p., eingebunden nach S. 588.
Paul von Hindenburg ist hier symbolisch als Riese dargestellt. Der Horizont, also die Augenhöhe des Betrachters, liegt knapp über dem Stiefelabsatz. Es ist ein Herrscherporträt für die Verehrung und vermutlich eine Auftragsarbeit.Die Eichenlaubgirlande auf dem inneren Rahmen ist wahrscheinlich auch von Max Koch gemalt.
Paul von Hindenburg ist hier symbolisch als Riese dargestellt. Der Horizont, also die Augenhöhe des Betrachters, liegt knapp über dem Stiefelabsatz. Es ist ein Herrscherporträt für die Verehrung und vermutlich eine Auftragsarbeit.Die Eichenlaubgirlande auf dem inneren Rahmen ist wahrscheinlich auch von Max Koch gemalt.
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Westermanns Monatshefte im August 1918
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| Max Koch: Der Kampf dithmarscher Bauern mit der holsteinischen Ritterschaft im Jahre 1500 |
Von Kunst und Künstlern
Max Koch, von dem dieses Heft sechs Bilder zeigt, vier als besondere Kunstblätter, zwei als Abbildungen im Text (S. 594 [siehe oben] und S. 595 [siehe unten]), gilt bei seinen Fachgenossen und vor der Öffentlichkeit eigentlich als Dekorationsmaler; als solcher verwaltet er sein Lehramt an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums, als solcher hat er seine Erfolge in der Öffentlichkeit zu verzeichnen gehabt, vor allem in der Zeit der Schau-Panoramen und als Schöpfer von Deckengemälden im preußischen Herren- und Abgeordnetenhause wie im Sitzungssaal der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, in der Buchhändlerbörse und im Festsaal des Reichsgerichts in Leipzig. Aber wie es in der Kunst so geht: sie lässt sich weder Schrauben noch Schranken setzen. So hat sich auch Koch, heute ein Mann in den besten Jahren (geb. 24. November 1859 in Berlin), seitab von dem Sonderfach, auf das er nun mal abgestempelt ist, ein Lieblingsfeld gesucht, um es in freier Natur zu pflegen: das ist die Landschafts-, Architektur- und Blumenmalerei, für die er sich seine Motive am liebsten aus der Umgebung Potsdams holt. Früher hatte er dort sein eigenes Landhaus: seitdem er aber die Ungebundenheit des Bootslebens kennen und schätzen gelernt hat, begnügt er sich mit einem schwimmenden Atelier, das ihn bald hier-, bald dorthin trägt und geduldig wartet, bis er auf Pappe oder Leinwand hat, was ihn gerade lockt. Und er hat bald einen eigenen Reiz in diesen Ansichten vom Wasser her gefunden; die Luft- und Lichtstimmung ist ganz anders, als wenn man sich den Dingen vom Lande aus nähert, und besonders an den Spiegelungen im Wasser erlebt man immer wieder neue Freude. Erst seitdem er sie so von allen Seiten im Boot umfährt, glaubt Koch all die feinen landschaftlichen Schönheiten der alten Friedrich-Stadt entdeckt zu haben und immer wieder vor neuen überraschenden Aufgaben zu stehen. Oft begnügt sich diese Entdecker- und Erobererfreude mit reinen Landschaftsstudien, die sich dann fast alle durch einen feinen, stumpfgrauen Silberton auszeichnen; manchmal aber, wie in den beiden Altpotsdamer Bildern, die wir zeigen, geht sie weiter, zu den vom Duft des Alters und vom Edelrost der Geschichte überhauchten Gebäuden. Daneben entstehen, gleichsam auf einer stillen, abgeschlossenen Insel der Seele, zu der die Stimmen des Berufs und des Alltags kaum dringen, leuchtende Blumenstücke, auch sie meist unmittelbar der Natur entnommen und dem organischen Rahmen ihrer Umgebung nicht entfremdet. Auch von dieser Art bringen wir in den „Phlox-Blumen im Babelsberger Hofgarten“ eine Probe.
Die zwei Textbilder, die Kopfleiste und das Schlussstück erinnern an Kochs dekorative Malereien. Dort eine Szene aus dem Befreiungskampf der dithmarsischen Bauern gegen die holsteinischer Ritterschaft in Jahre 1500 (im Kreishaus von Meldorf); hier ein Schmuckstück aus einem Jagdzyklus, der das Speisezimmer des Präsidenten des Herrenhauses ziert.
In der Nachbarschaft dieser dekorativ-monumentalen Wandmalerei gehört auch das erst kürzlich entstandene Hindenburg-Bildnis. Dem Maler lag offenbar daran, das gewaltige und überragende dieser Feldherrnerscheinung schon im Äußeren, in der Größe und Wucht der Gestalt zur Anschauung zu bringen. Dabei hat ihm wohl von ferne das mächtige, massige Bildnis des italienischen Feldhauptmanns Alessandro del Borro im Kaiser-Friedrich-Museum vorgeschwebt, das – freilich nicht ohne Widerspruch – noch immer dem Velasquez zugeschrieben wird. [Der Rest des Artikels bezieht sich auf andere Abbildungen in diesem Heft.]
Friedrich Düsel (F.D.), "Von Kunst und Künstlern", in: Westermanns Monatshefte, Bd. 124.II, August 1918, S. 594-595.
Die vier erwähnten, ohne Paginierung eingebundenen Kunstblätter zeigen: "Heilige-Geist-Kirche in Potsdam" (nach S. 500); "Floxblumen im Babelsberger Hofgarten" (nach S. 516); "Alt-Potsdam" (nach S. 532); "Hindenburg" (nach S. 588).
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| Max Koch: Schmuckstück aus dem Speisezimmer des Herrenhauses in Berlin |
Dienstag, 26. September 2017
Zweiter Entwurf zum Wettbewerb "Verherrlichung Hamburgs" für das Hamburger Rathaus
Entwurfszeichnung zum öffentlichen Wettbewerb "Verherrlichung Hamburgs" um die Ausführung von Gemälden im Festsaal des Hamburger Rathauses, unten, links der Mitte, bezeichnet mit "MAX KOCH 1900". Abgebildet in: Vom Fels zum Meer, 1903, S. 852. Der Verbleib des Originals ist unbekannt.
Programmgemäß sollte der Entwurf eine "allegorische Darstellung der Hammonia, unter besonderer Hervorhebung der Verbindung Hamburgs mit dem Deutschen Reiche und seines Welthandels" zu Grunde liegen. Bei diesem, vermutlich zweiten Entwurf wurde insbesondere das Verhältnis der Hammonia, der Personifikation Hamburgs, zur Germania, also der Personifikation des Deutschen Reiches gegenüber der ersten Version modifiziert. In der ersten Version steht die Germania mit aufgepflanztem Schwert und Schild, auf dem der preussische Adler zu sehen ist, als mächtige Beschützerin vor dem Thron der Hammonia. Sie hebt sich dabei deutlich, wie der zentrale Hermes, vor dem hellen Himmel und Hintergrund ab. In dieser Version aber steht die Germania vor einer Säule neben dem Thron und weniger martialisch der Hammonia eher zugewandt und beratend zur Seite. Vor beiden Figuren ist neu auf einem Podest ein Löwe dargestellt, wohl als gemeinsames Symbol der Stärke. Außerdem wurde der Stab des Hermes gekürzt um das Löwenpodest freizustellen. Die anderen Bereiche der Zeichnung scheinen unverändert.
Es könnte auch sein, dass diese Version die erste Fassung ist. Dafür spricht der ausgeführte Rahmen der Zeichnung und die Datierung. In jedem Fall wird deutlich, dass das Verhältnis Hamburgs zum Deutschen Reich, bzw. die Selbsteinschätzung der Repräsentanten das eigentliche Politikum in diesem Wettbewerb war, der letztlich keinen Sieger hervorbrachte. Es wurden nur zweite und dritte Preise vergeben. Die 68 Entwürfe wurden in der Hamburger Kunsthalle öffentlich ausgestellt.
Nach dieser, hier im Titel als vorläufig "zweiter Entwurf" bezeichneten Version hat Bernard Schumacher eine Radierung angefertigt, die als "Allegorie des Welthandels" vom Kunstverlag Stiefbold & Co. 1906 in Berlin herausgegeben wurde:
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| Bernard Schumacher: Allegorie des Welthandels. Radierung nach Max Koch |
In dieser Radierung (Blatt circa 60 ×120 cm) fehlt die Germania nun ganz. Auch die Wappen Hamburgs an den Podesten wurden weggelassen und damit ist die Hammonia zu einer namenlosen Allegorie des Welthandels umgedeutet. Max Koch hatte in dem Wettbewerb keinen Preis gewonnen und wurde auch nicht mit der Ausführung eines der fünf gewünschten Gemälde für das Rathaus im Hamburg beauftragt. Offensichtlich ist diese Radierung daher eine Art Zweitverwertung der Arbeit an dem Entwurf.
Donnerstag, 20. Juli 2017
Venedig, Palazzo Labia, Aufnahme nach Tiepolo
Palazzo Labia, Aufnahme nach Tiepolo, 1877/78, Aquarell mit Bleistiftvorzeichnungen, 18,5 × 7,3 cm, nicht signiert oder datiert. Montiert auf einem Karton (53 × 39 cm) des Königlichen Kunstgewerbe-Museums, hier bezeichnet "Labbia" und Max Koch zugeschrieben, woran kein Zweifel besteht.
Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, Sammlung Architektur, Inv.-Nr.: Hdz 8220 (AKG 601).
Die Aufnahme entstand während einer Studienreise nach Italien von Ende Mai 1877 bis Januar 1878 unter Leitung von Moritz Meurer und zeigt ein Wandgemälde aus dem Ballsaal des Palazzo Labia in Venedig von Giovanni Battista Tiepolo. Es befindet sich links neben dem sehr bekannten "Gastmahl der Kleoptra" in der Raumecke.
Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, Sammlung Architektur, Inv.-Nr.: Hdz 8220 (AKG 601).
Die Aufnahme entstand während einer Studienreise nach Italien von Ende Mai 1877 bis Januar 1878 unter Leitung von Moritz Meurer und zeigt ein Wandgemälde aus dem Ballsaal des Palazzo Labia in Venedig von Giovanni Battista Tiepolo. Es befindet sich links neben dem sehr bekannten "Gastmahl der Kleoptra" in der Raumecke.
Dienstag, 18. Juli 2017
Allegorischer Fries: Sünde, Strafe, Reue, Vergebung
Sünde, Strafe, Reue, Vergebung, 1898. Skizzen zu einem allegorischen Fries, abgebildet in: Berliner Architekturwelt, 1. Jg., 1899, Heft 5, S. 141, Abb. 175 (oben) und S. 172, Abb. 225 (unten).
Ausgestellt in der Architekturabteilung der Grossen Berliner Kunstausstellung von 1898 (Kat.), Kat.-Nr.: 543, S. 31. Christliche Motive sind bei Max Koch selten. Hier nun die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, das als deutscher Eichenwald gegeben ist, durch den Erzengel Michael und die Vergebung der Sünden durch Jesus mit anschließendem durch Engel begleitetem Aufstieg über einen Regenbogen in den Himmel. Die beiden Friese waren wohl wegen der Erzählrichtung für gegenüberliegende Wände gedacht.
"Neben diesen Werken der dekorativen Malerei des Alterthums und der Renaissance ist die moderne dekorative Malerei höheren Stils vertreten durch zwei treffliche Friese von Prof. Max Koch, Strafe und Sühne [sic.], und Reue und Vergebung darstellend, gross im Entwurf, energisch in der Zeichnung, fein in der Farbe."
Anonym, "Architektonisches von der Berliner Kunstausstellung 1898", in: Deutsche Bauzeitung, 32. Jg., Nr. 39, 14. Mai 1898, S. 245ff., Zitat S. 247.
„Mit der Erwähnung der Zeichnung zu einem Prunktintenfass im Reichstagsgebäude von G. Ulrich und zwei biblisch-allegorischen Predellen von M. Koch, die sich, zu Seiten der Eingangsdecoration aufgehängt, dieser mit ihrer gewählten Farbengebung fein einfügen, dürfen wir den Bericht über die Sonderausstellung der Vereinigung Berliner Architekten beschließen.“
Aus: Zentralblatt der Bauverwaltung, 18. Jg., 4. Juni 1898, Nr. 23, S. 268.
Dienstag, 11. Juli 2017
Porträt Max Koch von Anton von Werner 1908
Detail aus dem Gemälde Enthüllung des Richard-Wagner-Denkmals von Anton von Werner von 1908.
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Herrn in der Mitte um Max Koch. Die Ähnlichkeit mit Fotografien aus der Zeit ist verblüffend.
Dass sich Max Koch und Anton von Werner kannten, war ohnehin anzunehmen. Jetzt stellte sich zudem heraus, dass Anton von Werner von 1890 bis 1901 als Saisonkarten-Mitglied (ohne Boot) in den Mitgliederverzeichnissen des Vereins Seglerhaus am Wannsee als "Dir. der Akademie der Künste" geführt wurde. Max Koch war dort ordentliches Mitglied (mit Boot) und später sogar Ehrenmitglied. (Freundliche Mitteilung von Herrn Rolf Bähr vom VSaW.)
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Herrn in der Mitte um Max Koch. Die Ähnlichkeit mit Fotografien aus der Zeit ist verblüffend.
Dass sich Max Koch und Anton von Werner kannten, war ohnehin anzunehmen. Jetzt stellte sich zudem heraus, dass Anton von Werner von 1890 bis 1901 als Saisonkarten-Mitglied (ohne Boot) in den Mitgliederverzeichnissen des Vereins Seglerhaus am Wannsee als "Dir. der Akademie der Künste" geführt wurde. Max Koch war dort ordentliches Mitglied (mit Boot) und später sogar Ehrenmitglied. (Freundliche Mitteilung von Herrn Rolf Bähr vom VSaW.)
Mittwoch, 5. Juli 2017
Die Holzfäller - Gemälde im östlichen Speisesaal der Präsidentenwohnung im Preußischen Herrenhaus
Die Holzfäller, 1903. Der Verbleib des originalen Gemäldes ist unbekannt.
Hier eine Abbildung aus: Illustriertes Unterhaltungs-Blatt, Beilage zur Lienzer Zeitung, Osttiroler Wochenblatt, 22. Jg., Nr. 5, 2. Februar 1907, S. 37. Die Abbildung zeigt eine Zeichnung nach einer farbigen Reproduktion von dem Gemälde in: Prof. Max Koch, Bilder aus des Landsmanns Tätigkeit. Kunstblätter nach den im neuen Gebäude des preußischen Abgeordnetenhauses befindlichen Wandgemälden, Berlin, O. Baumgärtel, 1904.
In der nachfolgenden Fotografie ist der Ort des Gemäldes im Speisesaal markiert.
Hier eine Abbildung aus: Illustriertes Unterhaltungs-Blatt, Beilage zur Lienzer Zeitung, Osttiroler Wochenblatt, 22. Jg., Nr. 5, 2. Februar 1907, S. 37. Die Abbildung zeigt eine Zeichnung nach einer farbigen Reproduktion von dem Gemälde in: Prof. Max Koch, Bilder aus des Landsmanns Tätigkeit. Kunstblätter nach den im neuen Gebäude des preußischen Abgeordnetenhauses befindlichen Wandgemälden, Berlin, O. Baumgärtel, 1904.
In der nachfolgenden Fotografie ist der Ort des Gemäldes im Speisesaal markiert.
Montag, 3. Juli 2017
Die drei Gemälde im großen Sitzungssaal des Preußischen Abgeordnetenhauses, Nachtrag 2
Die bisher beste Abbildung der Schauseite des Saales mit den Ansichten von Magdeburg, Berlin und Königsberg. Daten zum Foto und Ort der Veröffentlichung unbekannt. Bildunterschrift: "Die neue künstlerische Ausschmückung des Sitzungssaales des Abgeordnetenhauses in Berlin durch Wandgemälde deutsche Städte. Spezialaufnahme für die "Woche"."
Der Schäfer - Gemälde im östlichen Speisesaal der Präsidentenwohnung im Preußischen Herrenhaus
Der Schäfer. Der Verbleib des originalen Gemäldes ist unbekannt. Hier, als Fundstück aus dem Internet, die Abbildung einer Zeichnung nach dem Gemälde.
In der nachfolgenden Fotografie ist der Ort des Gemäldes im Speisesaal markiert. Man erkennt zumindest hinter den Kandelabern den an einer Leine geführten Hund.
In der nachfolgenden Fotografie ist der Ort des Gemäldes im Speisesaal markiert. Man erkennt zumindest hinter den Kandelabern den an einer Leine geführten Hund.
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