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Freitag, 9. Juni 2023

Max Koch - Sein Spätwerk. Einzelausstellung im Museum der Havelländischen Malerkolonie

Noch bis zum 09.07.2023 wird im kleinen, aber feinen Museum der Havelländischen Malerkolonie eine Ausstellung mit Werken von Karl Hagemeister gezeigt. 

Danach eröffnet am 22.07.2023 eine Ausstellung mit Werken von Max Koch. Gezeigt werden die späten Ölgemälde mit Motiven aus Potsdam und der umgebenden Seenlandschaft. Die gezeigten Gemälde stammen überwiegend aus Privatbesitz. 

Es ist die erste Einzelausstellung seit November 1929, als der Potsdamer Kunstverein zu Ehren von Prof. Max Koch anläßlich seines 70. Geburtstages ihm in der Buch- und Kunsthandlung Karl Heidkamp eine Jubiläumsausstellung widmete. Nur drei Monate später verstarb Max Koch in seinem Haus in Sacrow. Eine Rezeption seines umfangreichen Werkes hat nie stattgefunden, zumal seine Panoramen und sein Hauptwerk, die zahlreichen Dekorationsmalereien in öffentlichen Gebäuden Berlins im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurden. Neben diesen öffentlichen Aufträgen malte Max Koch aber auch privat Aquarelle und Ölgemälde, die er regelmäßig auf den Grossen Berliner Kunstausstellungen zeigte, aber auch in den Berliner Galerien von Fritz Gurlitt (1892), von Eduard Schulte (1917) und später im Potsdamer Kunstverein (1924, 1925, 1927). Es bietet sich in der Ausstellung die Möglichkeit einer Wiederentdeckung eines großen Meisters der Malerei um die Jahrhundertwende. Max Koch war ein frühe erkanntes Talent und wurde bereits 1883 mit nur 24 Jahren zum Lehrer an die für Berlin wichtige Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbe-Museums berufen. 1888 zum Professor ernannt, lehrte er bis 1924 Aktzeichnen sowie Historien- und Dekorationsmalerei. Die Erfahrungen seines erfüllten Künstlerlebens und die entwickelte Könnerschaft verdichten sich in den relativ kleinen Ölgemälden, die ab 1914 entstanden und - was man auch sehen kann - von Max Koch mit Vergnügen gemalt wurden.

Dienstag, 4. April 2023

Erste Grosse Berliner Ulk-Kunst-Ausstellung

Katalog der Ersten Grossen Berliner Ulk-Kunst-Ausstellung, Sonnabend den 17. Februar 1900. Herausgegeben von Dr. Criticastro (Hans Bohrdt), S.16:

No. 20. Der denkende Mensch in seiner Beziehung zu dem gespiessten Bandwurm. 

No. 21. Der Ausdruck der bewussten Harmonie zwischen Sellerie und Zwiebel. 

No. 22. Die schmerzende Linie. 

Drei Werke von hoher symbolischer Bedeutung. Mehr Verschwimmen würde diese uns allerdings deutlicher zeigen.

Leider sind diese drei hoch bedeutende Arbeiten von Max Koch nicht überliefert und auch nicht fotografisch dokumentiert. Der digitalisierte Katalog ist HIER zu finden. Die Erste Grosse Berliner Ulk-Kunst-Ausstellung fand im Berliner Künstlerhaus als Beiprogramm zu einem Wohltätigkeits-Ballfest vom Verein Berliner Künstler zugunsten hilfsbedürftiger Mitglieder und deren Hinterbliebenen statt.

Donnerstag, 9. März 2023

Katalog der Sonderausstellung im Lichthof des Kgl. Kunstgewerbe-Museums, Berlin, November 1907


Sonderausstellung im Lichthof: Kartons, Entwürfe und Studien zu monumentalen und dekorativen Malereien von Professor Max Koch, Lehrer der Fachklasse für figürliche Dekorativ-Malerei an der Unterrichtsanstalt des kgl. Kunstgewerbe-Museums, November 1907.


Monumentale Malereien.

Karton zu einen Fries im Lesesaal des Reichstagsgebäudes, 1892. Dabei: Entwürfe zur Ausmalung der Restaurationsräume im Reichstagsgebäude. 

Kartons für die Ausschmückung des Rathauses in Lübeck, 1892. 3 Bilder im Treppenhaus. Friese im Bürgerschaftssitzungssaal. Dabei: zugehörige Skizzen und Studien. 

Drei Kartons für Deckenmalerei im Festsaal des Reichsgerichtsgebäudes in Leipzig, 1895. (Mit Skizzen und photographischen Aufnahmen.) 

Kartons zu Friesen in der Aula der Städtischen Realschule in der Wallstraße, 1895. 

Zwei Kartons mit Darstellungen der Provinzen Preußen und Sachsen, ursprüngliche Projekte für die Ausmalung des Sitzungssaales im Landtagsgebäude, 1902. (Mit Skizzen und photographischen Aufnahmen.) 

Teppichkartons für den Speisesaal der Präsidentenwohnung des Herrenhauses, 1903.

Kleinere Arbeiten auf Wänden und Gestellen.

Reiseaufnahmen aus Würzburg, Venedig, Orient usw. 

Skizzen zu dekorativen Malereien. 

Landschaftliche Studien, meist aus der Umgebung Berlins. 

Aktstudien

Buchillustrationen 

Photographische Aufnahmen ausgeführter Arbeiten.

Freitag, 18. Februar 2022

Ausstellung von 50 Studienblättern im Städtischen Museum für Kunst und Kunstgewerbe, Halle (Saale)

   "Im Städtischen Museum für Kunst und Kunstgewerbe werden von Donnerstag den 23.[09.1886] an etwa 50 Studienblätter des Malers Max Koch in Berlin von dessen Reise nach Pergamon ausgestellt sein. Alle Besucher der Jubiläums-Kunstausstellung in Berlin, welche das prachtvolle Pergamon-Panorama dort besucht haben,welches von den Herren Koch und Kips gemalt ist, werden mit doppeltem Interesse hier die Reisestudien des Herrn Koch in Wasser- und Oelfarben aus Corfu, Athen, Konstantinopel, Smyrna und Pergamon einsehen. Dieselben gewinnen für uns Hallenser nun noch eine besondere Bedeutung, da Herr Max Koch der Schöpfer unseres wundervollen Bühnen-Vorhangs wie der Figuren an dem Plafond des Zuschauerraumes ist. Die Studien können leider nur etwas 10 Tage ausgestellt bleiben. Wir werden auf dieselben zurückkommen."
 
anonym, "Aus der Stadt und Umgebung." In: Halle'sches Tageblatt,
Beilage zu Nr. 223 vom 24.September 1886, o.p. 
 
 
   "Alle die Tausende von Besuchern des Pergamon-Panorama's in der Berliner Jubiläums-Ausstellung sind entzückt gewesen von der Ausführung jener Idee, der Rekonstruktion des alten Herrschersitzes der Attaliden zu Pergamon, aus dem uns ein günstiges Geschick, vereint mit deutschem Forscherfleiß, den so werthvollen Schatz von Skulpturen nach Berlin brachte. Wohl mußten diese der Nacht der Erde entrissenen Zeugen einer hohen künstlerischen Pracht die Augen der gebildeten Welt magnetisch nach jenen halbvergessenen Gestaden Klein-Asiens hinlenken, wie es in den letzten Jahren vorher das verschüttete Olympia und wie es das mythische Troja gethan. Und ein besonders glücklicher Gedanke war es seitens der Berliner Künstlerschaft, in ihrer Jubiläums-Ausstellung die Erinnerung an diese Errungenschaften, welche vorzugsweise dem deutschen Fleiß zu verdanken waren, in groß ausgeführten Werken vor die Augen der Mitlebenden zu stellen, in dem Tempel von Olympia und der Stadt Pergamon zur Zeit ihrer glänzendsten Erscheinung. Um die letztere nun in möglichst historischer Treue darstellen zu können, begaben sich zwei Berliner Maler Max Koch und Kips im vorigen Jahre nach Klein-Asien und sammelten an Ort und Stelle die nothwendigen Terrainstudien, nach welchen sie dann in Berlin gemeinschaftlich das Panorama ausführten.
   Nachdem nun Herr Koch unserer Stadt näher getreten war durch die Aufträge für unser Stadttheater, der Vorhang und die Figuren am Plafond, hatte er sich auch bereit erklärt, unserem Museum seine Studien von jener interessanten Reise zu einer kurzen Ausstellung zu überlassen; leider nur kurz, weil auch andere Städte wie Weimar, Breslau, um die Ausstellung derselben gebeten hatten.
   Jene Reise ging über Triest, Corfu, Athen, Smyrna nach Pergamon, zurück über Konstantinopel, und sehen wir aus allen diesen Etappen zahlreiche Darstellungen in Oel- und Wasserfarben wie auch Bleistudien.
   Bei der Abfahrt mit dem Dampfer aus Triest zeigt sich auf den Studien das rege Leben des Hafens, die schneidigen Formen der großen Dampfer und die Scenerie des Verdecks, auf dem der Künstler sich eingeschifft; bald folgen Skizzen des bewegten Meeres mit den schönen Linien einer Insel am Horizont. Die Insel Corfu muß zu einem längeren Aufenthalt gedient haben, denn von hier bringt die Sammlung eine reiche Ausbeute. Vor Allem ist es die Hafenscenerie mit dem doppelgipflichen Kastell, das steil vom Ufer aufsteigt, nicht minder das reich bewegte Terrain der Insel und der Hintergrund des gebirgigen Festlandes wie der benachbarten Inseln. Unsere Leser werden sich erinnern, wie schon der geniale C. Rottmann die Schönheiten von Corfu mit Vorliebe gemalt hat. M. Koch hat auch der südlichen Vegetation daselbst große Aufmerksamkeit zugewendet. Außerordentlich charakteristisch weiß er die dunklen melancholischen Cypressen darzustellen, die alten knorrigen Oliven mit dem feinen Laub, die gigantischen Cacteen und Aloë's.
   Auch Athen ist mit einer Anzahl der interessantesten Bilder vertreten. Zunächst orientirt uns ein Aquarelle über die hochragende Acropolis mit dem Parthenon, dann folgen Aufnahmen von dem Theater des Bacchus, dem Erechtheion, dem Areopag und einzelnen Theilen des Parthenon selbst. In die landschaftlichen Blätter finden sich auch hier und da Studien der Menschen- und Thierwelt, der einzelnen Landschaften eingestreut, welche von der scharfen Auffassung des Künstlers Zeugniß geben. In allen zeigt sich eine leichte Hand und eine Schärfe der Darstellungen. Man vergleiche nur diese Bilder von Athen mit den durch Buntdruck vervielfältigten des bekannten Aquarellisten Carl Werner in Leipzig; die Blätter unseres Künstlers zeigen bei aller Schönheit des Colorits und bei aller Schärfe der Zeichnung nichts Unwahres; ihnen gegenüber sind jene glatt und geleckt, wie der technische Ausdruck es bezeichnet, dadurch kleinlich und unwahr.
   Von Smyrna ist nur eine Studie vorhanden. Dieselbe giebt ein Bild der reichen und belebten Hafenscenerie. Den Vordergrund füllen die Fronten stattlicher, europäisch gebauter Häuser, den Hintergrund eine Kette schön geformter Berge.
   Der Schwerpunkt der Sammlung liegt naturgemäß in den Studien von Pergamon selbst, und zwar fesselt uns am meisten der Gebirgszug mit den Ruinen der Burg der Attaliden. Der Künstler hat diese Situation von von den verschiedensten Standpunkten aus gemalt und wir können mit Hülfe einer beigefügten Skizze von anderer Hand eine genaue Lage der antiken Bauwerke erkennen, so den Tempel des Trajan, den Palast der Bibliothek, das riesige Amphitheater, die große und kleine Terrasse, und endlich den Altar des Zeus. Am Fuße des malerischen Bergrückens liegt die bunte moderne Türkenstadt mit ihren zahlreichen Moscheen und deren schlanken Minarets. Zahlreiche Aufnahmen von einzelnen dieser wunderlichen Gebäudeformen und Straßen so wie der die Stadt umgebenden malerischen Flußthäler des Selinos und Ketios mit ihrer südlichen Vegetation und den charakteristischen Figuren der Menschen- und Thierwelt vervollständigen den Einblick in die interessante Landschaft.
   Den Schluß der Sammlung machen zwei Aquarellbilder von Konstantinopel; das eine stellt das alte Stambul mit der großen Moschee Sofia auf der Höhe dar, das andere giebt einen umfassenden reichen Blick auf die ganze Ausdehnung des goldenen Horns, aus dessen Fluthen zu beiden Seiten die Häusermeere von Stambul, Pera und Galata aufsteigen.
   Es ist eine bunte, bilderreiche und interessante Welt, welche uns in diesen Studienblättern des Herrn Koch entgegen tritt. Was ihnen einen ganz besonderen Werth verleiht, ist die überzeugende Frische und Naturwahrheit, mit welcher die Scenerien aufgefaßt und wiedergegeben sind. Die Hand des hochbegabten Künstlers führt den Stift wie den Pinsel mit einer Leichtigkeit und zugleich mit einer Sicherheit, die Erstaunen macht. Man beachte nur die Physiognomien der dargestellten Menschen und Thiere. Daneben verachtet er keineswegs ein glänzendes Colorit; im Gegentheil, man kann diese Studien in ihrer Wirkung vollberechtigt neben die eines Ed. Hildebrandt und Ch. Wilberg stellen, und dann wird man immer noch einen Fortschritt der heutigen Kunstanschauung an ihnen konstatiren können, die ihre Aufgabe darin sucht, die Schönheit der Natur in ihrer wirklichen Erscheinung darzustellen, ohne zu unwahren Verschönerungen ihre Zuflucht zu nehmen. Und hierin liegt der Hauptreiz der modernen Landschaftsmalerei, der sich die Studien des Herrn Koch vollkommen anschließen.
   Wir empfehlen nochmals den Besuch der Ausstellung, welche nur noch kurze Zeit stattfinden wird, in unserem Städtischen Museum."
 
anonym, "Ausstellung der Originalstudien von Max Koch zum Panorama von Pergamon u. A.
im städt. Museum." In: Halle’sches Tageblatt, Erste Beilage zu Nr. 231 vom 3. Oktober 1886, o.p.

Montag, 13. Dezember 2021

Ausstellung im Künstlerhaus 1909

   "Im Künstlerhause Bellevuestraße 3 befindet sich, wie stets, manches sehr Gute in das Ausstellung, die diesmal lediglich von Berliner Künstlern beschickt wurde. An anderer Stelle - wir brauchen wohl unseren Lesern nicht zu sagen, wo - würde z. B. Prof. Max Kochs Naturstudien viel Rühmens gemacht werden, hier im Rahmen des Vereinslokals geschieht nichts dergleichen. Welch ein rastloser Sucher nach den Schönheiten unserer Mark, vor allem des Havelbezirks, ist doch dieser Künstler! Er hat glücklicherweise keinerlei Manier im Laufe der Jahre angenommen, er arbeitet auch nicht nach fremden bekannten Mustern, sondern alles, was wir hier sehen, ist eigen Geschautes, eigen Empfundenes. Wie die Havel zwischen den Büschen und Wiesen blaut, wie kühn die Kiefer auf sandigem Abhang aufragt! Der Blick auf Glienickes Schlösser ist nicht minder anheimelnd wie der Einblick in das Heim des Kahnbauers, und welch eine Fülle von Poesie birgt der prächtige alte Garten, zwischen dessen bunten Blumenbeeten uns Max Koch wandeln läßt. Wie da alles duftet und blüht! Diese Art Heimatkunst wird leider nicht geschätzt; nur wenn ein Norweger, Schwede oder Franzose seines Vaterlandes Küsten mehr oder minder gut portätiert, kennt die Begeisterung der gebildeten Deutschen keine Grenzen."
Zitat aus: H. Vollmar, "Aus dem Berliner Kunstleben, in: Unterhaltungs-Beilage zur Norddeutschen Allgemeinen Zeitung, Nr. 2, Berlin, 3. Januar 1909, o.p.

Dienstag, 2. November 2021

Ausstellung - Kunstsalon Fritz Gurlitt, Berlin 1892 Besprechung der Norddeutschen Allgemeine Zeitung

   "Was Prof. Max Koch auf dem Gebiete dekorativer Wandmalerei geleistet, ist von der baukünstlerischen Physiognomie Berlins untrennbar und auch die drei Panoramen des Malers: Pergamon, Brand von Rom und Konstantinopel, haben, obgleich tüchtige Kollegen ihn beim Schaffen unterstützten, den Zeitgenossen genugsam bewiesen, daß man hier einer tüchtigen, in sich geschlossenen künstlerischen Kraft gegenüberstand, welche sich über die Grenzen ihres Könnens völlig klar ist und die ihr gestellten Aufgaben, so verschieden diese auch sein mögen, glücklich zu lösen versteht. Daß diese rastlos strebende Künstlerindividualität noch nicht ihr letztes Wort gesprochen hat, war Jedem klar, der ihr Werden beobachtete. Koch's unermüdliches Studium der Natur in ihren wechselnden Formen und Beleuchtungen, welches er auch einen Schülern immer von Neuem anempfiehlt, trat zum ersten Mal gesondert in einer Folge von Landschaften hervor, die er vor Jahresfrist im Verein Berliner Künstler ausstellte. Seine breite, kühne und in den Lokaltönen gewissenhaft treue Darstellung unserer Havelseen und ihrer Gelände rings um Potsdam überraschten jeden Besucher; jetzt bei Gurlitt bietet uns Koch eine Serie von längst geschaffenen Landschaften, welchen ein noch intimerer Reiz, eine noch feinere poetische Auffassung eigen ist. Das sind Ausschnitte der Natur, welchen man es anmerkt, daß der Künstler in seinem schwimmenden Atelier die vor ihm liegenden Motive unmittelbar auf die Leinwand übertrug, von der kühlen Morgenluft, die durch das Schilf streift, von der heißen Mittagssonne, in welcher der kühle, schattige Wald so verlockend winkt, ist hier nichts verloren gegangen. Das geheimnißvolle Leben der Natur ist in seiner ganzen Schönheit hier mit Tempera- und Oelfarben wiedergegeben, und daß es die Schönheiten unserer oft so verachteten Mark sind, macht diese Kochschen Landschaften noch ganz besonders werthvoll. Einige dieser waldigen Havelseeufer gleichen im Ton ganz Shampeleer's [Edmond de Schampheleer 1824-1899] vielbewunderten Schilderungen seiner niederländischen Heimath, und dennoch geben sie unsere norddeutsche Ebene treu in jeder Linie und Farbe, so wie wir sie alle an schönen Sommer- und Herbsttagen gesehen haben. Denn glücklicherweise ist Koch den grau in grau gestimmten Regenbildern abgeneigt; er liebt klare Luft und Sonnenschein, er läßt den Wind über das Wasser wehen, daß jeder Segler seine Freude daran hat und legt jenes geheimnißvolle Flimmern des Lichts in das Waldinnere, welches den warmen Sommertag untrüglich ankündet. Während er hier eine aus der Ferne gesehene Regatta auf dem Wannsee schildert und dort den Blick meilenweit über Wasser, Wiesen und Wald schweifen läßt, begnügt er sich hier mit einem Einblick in das Gezweig und Blattwerk einer Waldpartie, auch die üppig wuchernde Sonnenblume, das mit buntem Mohn bestandene Beet zieht er in den Kreis seiner Studien, deren echt künstlerische sichere Auffassung mit vollendeter Naturwahrheit, die wie stets anheimelnd poetisch wirkt, Hand in Hand geht. [...]."

Anonym (v.?), "Kunst-Nachrichten. (Gurlitt's Kunstausstellung.)", in: Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 31. Jg., Nr. 19, 13.01.1892, Morgen-Ausgabe, S. 3f. 

Montag, 1. Juni 2020

Aufbruch zur Jagd - Abbildung im Katalog GBK 1911

Abb. 112 im Katalog der Grossen Berliner Kunstausstellung von 1911 zur Kat.-Nr. 12. Ausgestellt waren damals vermutlich die Kartons zu den Mosaiken und nicht die Mosaiken selbst, obwohl auch das möglich gewesen wäre. Das Mosaik "Aufbruch zur Jagd" ist, wenn auch verändert, erhalten geblieben (siehe hier). In der erhaltenen Mosaikfassung schaut das schwarze Pferd allerdings ängstlich und auch etwas dümmlich nach vorne. Im Vergleich zu dieser Abbildung wird klar, dass an dieser Stelle eine fehlerhafte Restaurierung stattgefunden hat. Im Original ist das Maul geöffnet, die Nüstern gebläht und das Zaumzeug verläuft diagonal zur Stirn. Möglicherweise ist diese Veränderung noch während der Anbringung des Mosaiks auf der Hohenzollerndammbrücke vorgenommen worden. Offenbar wurden Steine der Rahmung ausgetauscht. Dabei könnte das Mosaik beschädigt worden sein.

Dienstag, 19. November 2019

Pergamon, GBK 1905, Tafel 52

Pergamon. Abbildung  in: Officieller Katalog der Großen Berliner Kunst-Ausstellung 1905, Tafel 52 im Anhang zur Katalognummer 618.
Das Gemälde zeigt den Blick von einem der höchsten Punkte der Akropolis auf dem Burgberg auf das Theater herab und weiter ins Tal hinein. Links der Mitte ist der Pergamon-Altar oder Zeus-Altar zu sehen. Es steigt eine Rauchfahne von einem Brandopfer nahezu senkrecht nach oben.
Der Verbleib des originalen Gemäldes ist unbekannt.

Mittwoch, 27. März 2019

Tagetes - Studentenblumen


Studentenblumen, um 1925, Öl auf Malplatte mit Leinenstruktur, 50,5 × 31,5 cm, links unten signiert, Privatbesitz Berlin.
Möglicherweise handelt es sich bei diesem Blumenstillleben um die "Studentenblumen", die in einer Ausstellungsbesprechnung von 1925 gelobt werden: "Daneben gibt es wundervolle, malerisch-farbige Lösungen. Im großen Zimmer hängt – links am Kamin – ein gar nicht umfangreiches Bild „Studentenblumen“. Die Verteilung dieser gelben Farbflecken ist von höchstem kompositorischen Reiz, die Ballung und das graziöse Zerstreuen der Blütenkelche schafft geradezu Bewegungsmomente, die das „tote“ Blumenstück unerhört beleben." Die vollständige Ausstellungsbesprechung ist hier wiedergegeben.

Mittwoch, 25. April 2018

Weihnachtsausstellung von Transparentgemälden

Die Weihnachtsausstellung von Transparentgemälden im großen Saale des Landesausstellungs-parkes ist die Neubelebung einer traditionellen Weihnachtsveranstaltung, die vor 30 Jahren zum festen Bestand der Weihnachtsfreuden gehörte. Damals strömte Jung und Alt zum Uhrsaal im alten Akademiegebäude, um beim Gesang des Domchores eine Stunde frommer Weihe vor den Bildern aus der Weihnachtsgeschichte zu verleben. Was jetzt unter Orgelbegleitung und dem Gesang des Nikolai-Marien-Kirchenchores in dem modernen Saal gezeigt wird, ist nicht minder schön, nur ist das andächtig-genießende Publikum viel weniger zahlreich als früher. Das ist doppelt bedauerlich, denn einmal bringt diese Darbietung eine weihevolle Note in unser immer mehr mit äußerlichem Glanz sich umhüllendes Weihnachtsfest, zum anderen haben die Künstler doch sich der Mühe der Herstellung unterzogen, um einen Ueberschuß für die Unterstützungskasse des Künstlervereins, die gewiß zu Weihnachten besonders in Anspruch genommen ist, zu erlangen.
    Es werden sieben Bilder vorgeführt. Auf Karl Wendlings etwas konventionelle „Verkündigung“ folgt „Die Geburt Jesu“ von Otto H. Engel, eine wundervoll geschlossene Komposition, die den Vorgang im Stall zu Bethlehem in schlichter, inniger Auffassung wie durchaus selbstverständlich als einen Vorgang unserer Zeit darstellt. Die liebreizenden Kinder- und Engelgruppen eroberten sich im Sturm die Herzen der kindlichen Betrachter. Weiter folgen die überlebensgroßen „Verkündigung an die Hirten“ von Arthur Kampf und die farbenprächtigen „Weisen aus dem Morgenlande“ von Max Koch. Von den beiden Bildern der „Flucht nach Egypten“ zeichnet sich das von Ernst Körner durch wundervolle Farben und einen seltenen Liebreiz von Mutter und Kind aus, während auf der „Ruheszene“ von Franz Müller-Münster Maria mit dem Kinde und den lauschenden Engeln eine sehr anmutige Gruppe bildet. Das letzte Bild von Haus Meyer bringt einen Zug naiven Humors in dem derben Riesen Christophorus, der zum Vergnügen aller Kinder das Christkindlein auf seinem breiten Hutrand durchs Wasser trägt. Die als Begleitung gesungenen Musikstücke waren außer einem Choral von Bach, einem Chor von Mozart und einem Doppelquartett aus Mendelssohns „Elias“ Kompositionen nach alten Melodien von Professor Theodor Krause, die sich sehr stimmungsvoll dem Inhalte der Bilder anschmiegen.
Anonym, „Die Weihnachtsausstellung von Transparentgemälden“, in: Berliner Tageblatt, 34. Jg.,
Nr. 632, 12. Dezember 1905, Abend-Ausgabe, S. 2

Donnerstag, 22. März 2018

Grosse Berliner Kunstausstellung 1908

"Schiffbauerei.", Abb. 49 im Katalog der Grossen Berliner Kunstausstellung 1908.
Laut Katalog (S. 26) war Max Koch mit zwei Gemälden in der Ausstellung vertreten:
Kat.-Nr.: 318, "Schiffbauerei, Hof.", und
Kat.-Nr.: 320, "Schiffbauerei, Innenansicht." Hierzu die Abbildung oben.

Dienstag, 26. September 2017

Zweiter Entwurf zum Wettbewerb "Verherrlichung Hamburgs" für das Hamburger Rathaus


Entwurfszeichnung zum öffentlichen Wettbewerb "Verherrlichung Hamburgs" um die Ausführung von Gemälden im Festsaal des Hamburger Rathauses, unten, links der Mitte, bezeichnet mit "MAX KOCH 1900". Abgebildet in: Vom Fels zum Meer, 1903, S. 852. Der Verbleib des Originals ist unbekannt.
   Programmgemäß sollte der Entwurf eine "allegorische Darstellung der Hammonia, unter besonderer Hervorhebung der Verbindung Hamburgs mit dem Deutschen Reiche und seines Welthandels" zu Grunde liegen. Bei diesem, vermutlich zweiten Entwurf wurde insbesondere das Verhältnis der Hammonia, der Personifikation Hamburgs, zur Germania, also der Personifikation des Deutschen Reiches gegenüber der ersten Version modifiziert. In der ersten Version steht die Germania mit aufgepflanztem Schwert und Schild, auf dem der preussische Adler zu sehen ist, als mächtige Beschützerin vor dem Thron der Hammonia. Sie hebt sich dabei deutlich, wie der zentrale Hermes, vor dem hellen Himmel  und Hintergrund ab. In dieser Version aber steht die Germania vor einer Säule neben dem Thron und weniger martialisch der Hammonia eher zugewandt und beratend zur Seite. Vor beiden Figuren ist neu auf einem Podest ein Löwe dargestellt, wohl als gemeinsames Symbol der Stärke. Außerdem wurde der Stab des Hermes gekürzt um das Löwenpodest freizustellen. Die anderen Bereiche der Zeichnung scheinen unverändert.
   Es könnte auch sein, dass diese Version die erste Fassung ist. Dafür spricht der ausgeführte Rahmen der Zeichnung und die Datierung. In jedem Fall wird deutlich, dass das Verhältnis Hamburgs zum Deutschen Reich, bzw. die Selbsteinschätzung der Repräsentanten das eigentliche Politikum in diesem Wettbewerb war, der letztlich keinen Sieger hervorbrachte. Es wurden nur zweite und dritte Preise vergeben. Die 68 Entwürfe wurden in der Hamburger Kunsthalle öffentlich ausgestellt.
  Nach dieser, hier im Titel als vorläufig "zweiter Entwurf" bezeichneten Version hat Bernard Schumacher eine Radierung angefertigt, die als "Allegorie des Welthandels" vom Kunstverlag Stiefbold & Co. 1906 in Berlin herausgegeben wurde:

Bernard Schumacher: Allegorie des Welthandels. Radierung nach Max Koch

In dieser Radierung (Blatt circa 60 ×120 cm) fehlt die Germania nun ganz. Auch die Wappen Hamburgs an den Podesten wurden weggelassen und damit ist die Hammonia zu einer namenlosen Allegorie des Welthandels umgedeutet. Max Koch hatte in dem Wettbewerb keinen Preis gewonnen und wurde auch nicht mit der Ausführung eines der fünf gewünschten Gemälde für das Rathaus im Hamburg beauftragt. Offensichtlich ist diese Radierung daher eine Art Zweitverwertung der Arbeit an dem Entwurf.

Dienstag, 18. Juli 2017

Allegorischer Fries: Sünde, Strafe, Reue, Vergebung


Sünde, Strafe, Reue, Vergebung, 1898. Skizzen zu einem allegorischen Fries, abgebildet in: Berliner Architekturwelt, 1. Jg., 1899, Heft 5, S. 141, Abb. 175 (oben) und S. 172, Abb. 225 (unten).

Ausgestellt in der Architekturabteilung der Grossen Berliner Kunstausstellung von 1898 (Kat.), Kat.-Nr.: 543, S. 31. Christliche Motive sind bei Max Koch selten. Hier nun die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, das als deutscher Eichenwald gegeben ist, durch den Erzengel Michael und die Vergebung der Sünden durch Jesus mit anschließendem durch Engel begleitetem Aufstieg über einen Regenbogen in den Himmel. Die beiden Friese waren wohl wegen der Erzählrichtung für gegenüberliegende Wände gedacht.

   "Neben diesen Werken der dekorativen Malerei des Alterthums und der Renaissance ist die moderne dekorative Malerei höheren Stils vertreten durch zwei treffliche Friese von Prof. Max Koch, Strafe und Sühne [sic.], und Reue und Vergebung darstellend, gross im Entwurf, energisch in der Zeichnung, fein in der Farbe."
Anonym, "Architektonisches von der Berliner Kunstausstellung 1898", in: Deutsche Bauzeitung, 32. Jg., Nr. 39, 14. Mai 1898, S. 245ff., Zitat S. 247.

   „Mit der Erwähnung der Zeichnung zu einem Prunktintenfass im Reichstagsgebäude von G. Ulrich und zwei biblisch-allegorischen Predellen von M. Koch, die sich, zu Seiten der Eingangsdecoration aufgehängt, dieser mit ihrer gewählten Farbengebung fein einfügen, dürfen wir den Bericht über die Sonderausstellung der Vereinigung Berliner Architekten beschließen.“
Aus: Zentralblatt der Bauverwaltung, 18. Jg., 4. Juni 1898, Nr. 23, S. 268. 

Montag, 1. Mai 2017

Ausstellung - Galerie Eduard Schulte, Berlin 1917


Galerie
Eduard Schulte



u. d. Linden 75/76
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Vom 12. Mai 1917 ab
Ferdinand Brütt
Gr. Sonderausstellung
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Wilh. v. Krausz
"Die Türkei im Kriege"
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Kollektionen von
Gust. J. Buchner
Waldemar Coste
Klein - Chevalier
Prof. Max Koch
E. Nikutowski






Gewerbliche Anzeige in: Berliner Tageblatt, 46. Jg., Nr. 242, 13. Mai 1917, Morgen-Ausgabe, S. 23.
Zu dieser Ausstellung erschien auch folgende Besprechung in der Berliner Börsen-Zeitung: 

Schultes Kunstsalon.
    In Schultes Kunstsalon gibt er wieder viel Neues. Neues von ansprechendem Werte und daneben Alles vom Besten. Sowohl der Freund moderner Kunst wie der Sammler kommt auf seine Rechnung. Zwei vorzügliche Böcklins [Arnold Böcklin 1827–1901]: „Tanz um die Bacchussäule" und „Pan". Ich möchte dem „Pan" den Vorzug geben, weil er so frisch und breit gemalt ist und sich in diesem Bilde das Nackte so helleuchtend, flächig mit der Landschaft verbindet, daß wir in ihm besonders deutlich erkennen, wie weit Böcklin noch heute „unser" ist, wie tief er in unsere Zeit hineinragt. Zwei Porträts von Lamorence [Lawrence?] sind ferner ausgestellt, von denen der Männerkopf mehr künstlerisches, das Damenporträt mehr zeitgeschichtliches Interesse beansprucht. Außerdem ein großes prächtiges Tierbild Rich. Burniers [Richard Burnier 1826–1884]. Auch sonstigen alten Bekannten begegnen wir, wie den Münchenern Ludw. von Löfftz [Ludwig von Löfftz 1845–1910] mit einigen kleinen Arbeiten, von Keller [Albert von Keller 1844–1920], den alten Bürkel [Heinrich Bürkel 1802–1869], Courbet [Gustav Courbet 1819–1877], Hoguet [Charles Hoguet 1821–1870], Hans Thoma [1839–1924] u. a. Es ist vielleicht in den gegenwärtigen Ausstellungen die dankbarste Aufgabe, Altes mit Neuem zu vergleichen. Man findet leicht den Abstand trotz vieler Gemeinsamkeiten. Sogar in einer maßvoll gesichteten Umgebung, wie wir sie in der Galerie Schulte gewohnt sind.
    Eine große Sonderausstellung, darunter die Entwürfe zu den Wandgemälden des Bürgersaales im Rathaus zu Frankfurt a. M., wird von Ferd. Brütt [Ferdinand Brütt 1849–1936] gezeigt. Dieser Künstler hat es verstanden, in vielen malerischen Anpassungen, namentlich im Landschaftlichen, mit der Zeit mitzugehen. Aber seine Gemälde bleiben im allzu leicht Empfundenen, Dekorativen haften. Der dekorative Stil der Wandgemälde wiederum steckt noch im matten Milieu-Realismus der siebziger und achtziger Jahre, ohne etwas von der scharfen Struktur und Gliederung moderner Flächeneinteilung angenommen zu haben. Eine Kollektion Porträts von Klein-Chevalier [Friedrich Klein-Chevalier 1861–1938] erquickt durch die große Strichführung und den feinen Ton, der die Buntheit verbindet. Im seelischen Ausdruck steht der Künstler seiner farbenfreudigen Behandlungsweise nicht nach. Mit großer und stark wirkender Einfachheit hat der Zügelschüler Gust. Johs. Buchner [Gustav-Johannes Buchner 1880–1951] seine Landschaften und Figurenbilder angelegt. Urwüchsige Kraft verbindet sich in ihnen mit großzügigem Können und Sehen. Diese an sich angenehme Derbheit geht indessen noch auf Kosten mancher Vertiefungsmöglichkeiten. Vorwiegend sachliches Interesse beansprucht Wilhelm Victor Krausz-Wien [1878–1959] mit einer Sammlung „Die Türkei im Weltkrieg". Es soll nicht gesagt sein, daß dem Künstler ein tüchtiges Können und zusammenfassendes malerisches Anschauen fehlte. Im Gegenteil: treff- und zielsicher weiß er von seinem akademischen Können künstlerisch Gebrauch zu machen. Aber die Sachlichkeit überwiegt bei ihm weit jede persönliche Abstufung, jede psychologische Nuance. Im Mittelpunkte des Interesses stehen die Porträts der deutschen Führer in der Türkei sowie auch die verschiedenartigen Typen türkischer Persönlichkeiten, deren Namen uns während des Krieges vertraut geworden sind. Ihre flotte Auffassung wirkt recht lebendig. Ganz in akademischen Härten, in schulmäßig überlieferten Tönen bleibt Max Koch auf den vorgeführten Landschaften und Blumenstücken stecken, während Erich Müllers [Erich Martin Müller 1888–1972] genreartige Stadtbilder eine außerordentlich lebensfrohe Bodenständigkeit und saftige Farbenfreudigkeit ausdrücken. Ferner ist Hans Herrmann [1858–1942] mit einem soliden Bilde seiner Art „Markttag in Dortrecht" vertreten. Besonders hervorgehoben zu werden verdient Erich Nikutowski [1872–1921] aus Düsseldorf. Sein anspruchsloser, aufs feinfühligste gedämpfter Farbenvortrag, seine von jedem groben Merkmal des Stofflichen losgelöste Liniengebung bieten eine Fülle reizvoller Anklänge, die sich bei näherem Beobachten vertiefen. Sechs Landschaften Walter Leistikows [Walter Leistikow 1865–1908] erscheinen sehr ungleich. Ein märkischer Wald, vor allem eine Flusslandschaft nähern sich der Höhe seiner Kunst, andere hingegen sind voller harter Schwärzen und Bläue. Als Verkaufsobjekte seien noch mehrere Landschaften im romantischen Stil von Schennis [Friedrich von Schennis 1852–1918] und eine ganze Kollektion Kieselscher Porträts [Conrad Kiesel 1846–1921] erwähnt, die ja auch in einem repräsentablen Kunstsalon noch immer nicht umgangen werden zu können scheinen. Diesmal sind es dazu besonders minderwertige, falls die Kieselsche Kunst überhaupt Gradunterschiede zuläßt.
C. B., "Schultes Kunstsalon", in: Berliner Börsen-Zeitung, 62. Jg., Nr. 231, 19. Mai 1917, Morgenausgabe, S. 6.

Ausstellung - Kunstsalon Fritz Gurlitt, Berlin 1892 Besprechung im Berliner Tageblatt

   "In Gurlitt´s Kunstsalon sind gegenwärtig zwei Sammlungen von Landschaftsdarstellungen einander gegenübergestellt; sowohl durch die Verschiedenheit der darin geschilderten Natur als auch durch die Ungleichartigkeit der Behandlung bilden diese beiden Bildergruppen starke Gegensätze. Die erste Sammlung rückt uns die heimathliche Gegend nahe; sie setzt sich aus zahlreichen Bildern von den Ufern unserer Havelseeen [sic] zusammen und ist von Max Koch ausgestellt. Innerhalb ihrer dekorativen Ausführung tritt der märkische Naturcharakter mit großer Frische hervor und die verschiedenen, den Jahreszeiten entsprechenden Farbengebungen tragen Mannigfaltigkeit in das Gesammtbild. Der Künstler hat es aber vermieden, den landschaftlichen Reiz seiner Schilderungen durch interessante Beleuchtungsmotive zu steigern; das in den meisten dieser Bilder herrschende neutrale Licht bewirkt eine Nüchternheit, die man schon darum gern missen möchte, weil unsere engere Heimath sich nicht eines zu großen Wechsels der Szenerie zu erfreuen hat. Was in dieser Hinsicht diese märkischen Landschaften zu wenig bieten, giebt uns die von Richard Fuchs ausgestellte Bilderreihe mit ihren zahlreichen Studien aus Tripolis in Fülle. Es sind im Gegensatz zu der breiteren Anlage der Kochschen Darstellungen insgesammt Bilder sehr geringen Umfangs, Architekturen wechseln mit Landschaften ab; die charakteristischen Bauten und die exotischen Naturformen vereinigen sich zu jener Wirkung, die wir speziell als malerisch zu bezeichnen Pflegen, und diese Reize werden durch die meisterhafte Freilichtbehandlung ungemein erhöht."
rs., "Lokal-Nachrichten", in: Berliner Tageblatt, 7. Januar 1892, Abend-Ausgabe, S. 3

Sonntag, 19. Februar 2017

Pschorrbräu Bierhallen in Köln a. Rhein


Ansichtskarte: Pschorrbräu Bierhallen, Inh. Aug. Neumeyer, Köln am Rhein. Der Haupteingang zur Pschorr-Kneipe befand sich in der Hohestraße 38, ein weiterer Eingang war im Burghöfchen 2-6.
Der im Folgende beschriebene Fries von Max Koch ist wohl in der linken Zeichnung oberhalb der kassettierten Wandvertäfelung dargestellt. 

   "Berlin. Im Lichthof des Kunstgewerbemuseums zu Berlin ist gegenwärtig für wenige Tage ein Fries ausgestellt, den Prof. Max Koch für die Pschorr-Kneipe in Köln, die dort von den Berliner Architekten Kayser und v. Großheim gebaut wird, ausgeführt hat. Koch hat mit glücklichem Griff eine in moderner Zeit wenig angewandte Technik gewählt, die aber schon im 16. Jahrhundert in den südlichsten und nördlichsten Gegenden Deutschschlands (Tirol und Friesland) vielfach in Übung war. Auf Brettern — Koch wählte Fichtenholz — wird die Zeichnung eingeschnitten, der Grund mit dem Messer ausgehoben, dann bemalt. Die Figuren erscheinen gewissermaßen in einem flachen Relief, aber ohne jede Modellierung der Fläche. Kochs Fries zeigt auf dunkelblauem Grund flott entworfenes Rankenwerk in den bekannten stilisierten Renaissanceformen. Die Rankenwindungen umfassen figürliche Darstellungen, die in chronologisch aufeinanderfolgenden Szenen eine Art Geschichte des Zechens der Deutschen geben. Zum Beginn sehen wir einen betrunkenen Bacchus, der von Satirknaben unterstützt wird. Dann folgen die symbolischen Tiere des Trinkers, der Affe und der Kater, ferner eine am Boden liegende Venus mit Amor. Der historische Cyklus beginnt dann mit Germanen, die aus Hörnern Met trinken. Wir sehen, um einige Szenen herauszugreifen, zechende Pilger des Mittelalters, weiter feiste trinkende Mönche; einem am Schreibpult grübelnden Benediktiner bringt ein Knabe einen Labetrunk. Einen fußlosen Krüppel erquickt ein Kind aus einem Krug. Jagende und tanzende Kinder schließen sich an das Mittelalter an. Die neue Zeit beginnt mit Landsknechten des 16. Jahrhunderts, die auf einer Trommel knobeln. Das 17. Jahrhundert zeigt rauchende Männer, die aus kunstvollen glasierten Krügen trinken. Soldaten Friedrichs des Großen repräsentieren das 18. Jahrhundert. Kämpfer der Freiheitskriege führen uns in das laufende Jahrhundert ein. Auf einen Tanz auf der Alm folgt eine Trinkszene fremder Völker: wir sehen neben einem Japaner einen schnapstrinkenden Neger. Diesen Barbaren folgt gleich der Vertreter der höchsten modernen Kultur, ein Gigerl in einem Schaukelstuhl mit einem Sektglas in der Hand. Eine im Wald lagernde Familie und skatspielende Studenten, die ein Faß als Spieltisch zwischen sich haben, schließen den Cyklus ab. Die einzelnen Teile sind durch Staats- und Stadtwappen von einander getrennt. Die Malerei ist in wenigen kräftigen Farben ausgeführt, die Farben sind dünn aufgetragen, so daß die Struktur des Holzes durchscheint. In Vergleichung mit andern Wirtshausmalereien ist beim Kochschen Fries vor allem der maßvolle Humor zu loben, der sich von jeder übertriebenen Karikatur fern hält."
J. S., „Im Lichthof des Kunstgewerbemuseums zu Berlin (...)“ in: Die Kunst für Alle, 5. Jg., Heft 20, 15. Juli 1890, S. 316.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Potsdamer Maler.

   Der Potsdamer Kunstverein, der zwar in diesem Jahre nicht mit einem „Kunstsommer“ aufwarten kann, zeigt gleichwohl in seinen Ausstellungen — im Kunstsalon Heidkamp, Schwertfegerstraße — eine glückliche Hand. Kann sein, daß man dabei sogar dem chronischen Geldmangel unserer Tage Dank wissen muß, denn die Scheu vor den Transportkosten befördert ein intensives Schürfen nach malerischen Qualitäten in der Heimatstadt, das im Lauf der letzten Monate schon sehr erfreuliche Resultate gezeitigt hat. Auf Basedow folgen jetzt Kollektionen von Alfred Liedtke und Professor Max Koch, von denen der letztgenannte ein beachtliches Stück der Entwicklung deutscher Malerei in sich schließt.
   Alfred Liedtke — er ist während des Kriegs als Soldat gestorben — dessen Gedächtnis jetzt vom Kunstverein gewürdigt wird, hat mehr getan, als die Natur gemalt. Er hat die Natur erlebt, und wie er dieses Erleben mit dem Pinsel zu gestalten wußte, das zeigen die Bilder, die ihn im Aufwärtsschreiten zeigen, in einem Suchen nach der großen befreienden Weite, die er in einigen köstlichen Meisterwerken erringt. Es wäre vielleicht eine Aufgabe für die Stadtverwaltung, an die Erwerbung des einen oder anderen Bildes zu denken. Da ist z. B. eine herrliche Komposition der alten Glienicker Brücke, ein wahrhaft monumentales Werk, das mit seiner köstlichen Raumverteilung und dem Edelton der Farbe eine Zierde jeden repräsentativen Raumes bilden würde. Liedtkes Pinsel hat niemals die Natur kopiert. Mit einer spürbaren Erregung ist er ihren Offenbarungen nachgegangen und mit impulsiver Schaffensfreude wurden Eindrücke hingesetzt, die mit kräftigster Unmittelbarkeit noch heute wirken. So geben des Malers Skizzen, die in dieser Gedächtnisausstellung reichhaltig vertreten sind, die schönsten Aufschlüsse über seinen offenen Sinn für die Widerspiegelung seelisch-malerischer Eindrücke. Es sind Hafenbilder darunter, Dünenlandschaften, Marinestücke, die Lichtschwingungen und Stimmungen in höchster Vollendung vermitteln.
   Von Eugen Bracht ist Alfred Liedtke, der Fährmannssohn von der Pfaueninsel, zuerst befruchtet worden. Eine Birkenlandschaft mit der farbigen Auffassung etwas gewollt-bedeutender Wirkung ist ein Zeuge jener Zeit. Von höchstem Reiz ist es dann, die Entwicklung zum eignen Ich in Liedtkes Schaffen zu verfolgen. Das Format wird kleiner, die Wirkung größer. Es entstehen Gipfelleistungen wie das Oelbild der „Breiten Brücke", der vereisten Havellandschaft und des Haveldorfes. Der Maler ringt mit einem Blick, vorüber an begrünten Bäumen zu einem zart verschwimmenden Hintergrund; was an der belaubten Gruppe noch nicht gelingt, das findet an einem Kiefernschlag seine schöne Erfüllung.
   Als ein Meister räumlicher Wirkung, als ein intuitiver Erfasser geistigen Gehalts, zeigt sich Liedtke in seinem Bilde von Sanssouci. Hier ist er fern von jeder „gestellten“ Wirkung, ebenso fern von bloßer Naturtreue. Jenes Unbestimmbare, das erst den echten Künstler macht, lebt in diesem herrlichen Bild. — Daß diese Hoffnung so früh dahingehen mußte.
   Bei der Max-Koch-Ausstellung empfindet man es wohltuend, daß die Kommission nicht nur gleichwertiges herausgesucht hat. So bleibt es reizvoll, eine Entwicklung zu beobachten, die mit vielen Handschriften über vielerlei Probleme führt, einen Maler, der bisweilen mit dem Ausdruck vergeblich gerungen, der aber auch ganz große Offenbarungen geben konnte.
   Potsdamer Motive heben sich besonders heraus. Von hohem Reiz sind Professor Kochs Impressionen des Stadtkanals. Impressionen, trotzdem das Wort auf Ulrich Hübners lockere, formauflösende Art viel deutlicher zu passen scheint. Im ersten Augenblick erscheinen diese Kanalbilder farblos. Scheinen. Denn sofort kommt die Erkenntnis, daß hier eine bewußte Abstimmung auf den Ton herrscht, daß das Licht mit einer impressionistischen Feinheit behandelt ist, die in gewissen Halbtönen geradezu raffinierte Reize schafft. Diese Bilder reihen sich in ihren sensiblen Valeurs den Werken aus Lesser Urys Pariser Zeit an. Bemerkenswert ist auch der im großen Zimmer hängende Sanssouci-Kanal. In diesem Bilde hat Koch im Ausdruck der flimmernden Luft, feiner Farbigkeit und zitternder Umrisse die Sprache Corots erreicht — vielleicht sogar übertroffen.
   In demselben Raume bewundert man die „Tübekesche Bootswerft". 1917 steht unter diesem Bild. Damals hätte „man“ es schon anders gemacht; aber besser — nein. Gewiß, das Bild „erzählt“, das Motiv ist genrehaft verwertet. Doch bei aller Kunst bleibt das „Wie“ entscheidend. Und in diesem Interieur steckt ein prächtiges Raumgefühl, atmen Luft und Licht mit einem lebendigen Hauch, der über das Nur-Gegenständliche weit hinausführt. Im kleinen Raum findet man einen Blick auf den „Alten Markt“, der interessante Aufschlüsse über eine „herrische Periode“ gibt, durch die Professor Koch gegangen ist.
   Es sei eines Blumenstückes nicht vergessen, das ganz Farbe, ganz Duft ist. Dieser „Rittersporn“ ist eine großartige Leistung liebevollen Sichversenkens in das Wesen eines blühenden Geschöpfes, und das Große dabei: Nicht ein Hauch von Süßlichkeit ist in diesem Bild. Ein Mann hat es gemacht.

Hans Hupfeld, „Potsdamer Maler“, in: Berliner Börsen-Zeitung, 70. Jg., Nr. 347, 26. Juli 1924, Morgen-Ausgaben, S. 3.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Diorama von Tokio für Ende & Böckmann

Der Lichtdruck befindet sich in der Sammlung des Architektur-Museums der TU Berlin, Inv. Nr. 7743, und wird dort, gemäß der Beschriftung des Blattes, den Architekten Ende & Böckmann zugeschrieben.Wilhelm Böckmann reiste zwar persönlich nach Tokio und hat dort Skizzen und Fotografien gefertigt, aber es scheint mir unwahrscheinlich, dass Böckmann selbst diese sehr detailierte Vorlage für den Lichtdruck angefertigt hat. Als Urheber ist hier vielmehr Max Koch und als Vorlage sein Diorama zu vermuten. Hierzu der folgende Bericht:
—  Im Königl. Kunstgewerbe-Museum ist für wenige Tage ein Diorama von Tokio ausgestellt, welches der Lehrer des Museums, Herr Max Koch, der Schöpfer des Pergamon-Panoramas, im Auftrage der Herren Ende & Beckmann [sic, richtig Böckmann] für die Japanische Regierung gemalt hat. Dieses Bild von sieben Meter Länge und drei Meter Höhe stellt die Stadt Tokio dar, wie sie sich nach Ausführung der neuen Monumentalbauten gestalten wird, und hat auch für Berlin das lebhafteste Interesse, da es unseren Mitbürgern beschieden ist, diese stolze Reihe von Palästen aufzuführen und zugleich die ganze Anlage der Japanischen Hauptstadt monumental umzugestalten. In der Mitte erhebt sich der hochragende weißschimmernde Bau des Parlaments, daneben, in rohen Ziegeln ausgeführt, das Justizministerium (das daneben liegende Kriegs-Ministerium ist bereits früher von Französischen Architekten erbaut.) Im Vordergrund ist ein weiter, für Volksfeste bestimmter Platz, auf welchem der Ausstellungspalast und eine Musikhalle als im Bau begriffen dargestellt sind; zu dem Platze führen zwei Straßen mit monumentalen Brücken. Rechts im Hintergrund erheben sich zwischen hoben, stattlichen Baumwipfeln die Thürme des gleichfalls projectirten neuen Kaiserpalastes. Das Bild ist in seinen architektonischen und landschaftlichen Theilen ebenso wie in seiner Staffage mit frischester Anschaulichkeit durchgeführt. Eine Reihe von Plänen und Aufrissen wird die Gestaltung der Bauten noch deutlicher machen. Da das Bild mit Beginn nächster Woche eingeschifft werden muß, so ist die Ausstellung auf die drei Tage von Donnerstag bis Sonnabend beschränkt.
 Anonyme Mitteilung in: Berliner Börsen-Zeitung, Nr. 104, 3. März 1887, 1. Beilage, S. 5.

Dienstag, 13. September 2016

Mosaikdecoration für die deutsche Abtheilung der Kunstgewerbe-Halle der pariser Weltausstellung


In der Illustrirten Zeitung vom 31. Mai 1900, Nr. 2970, S. 805, erschien ein Artikel von "Fd.", der hier vollständig wiedergegeben ist, mit den drei gezeigten Illustrationen, auf die im Text eingegangen wird:

Mosaikdecoration für die deutsche Abtheilung der Kunstgewerbe-Halle der pariser Weltausstellung. Entworfen von Max Koch, ausgeführt von Puhl u. Wagner.
   Längst schon war die Beschickung der pariser Weltausstellung durch das deutsche Kunsthandwerk sorgsam vorbereitet und geordnet, als man fast in letzter Stunde noch der ihm zugewiesenen Abtheilung der Kunstgewerbe-Halle eine ins Auge fallende künstlerische Decoration durch ein mächtiges Bild in Glasmosaik zu geben beschloß, das nun seinen Platz an der Hauptwand des Raumes gefunden hat und in allegorischer Darstellung das Aufblühen des heimischen Kunstfleißes unter dem Schutz des Friedens versinnlicht. Die Gesammtcomposition, die sich auf goldschimmerndem Grunde in reichen Farben entfaltet, gliedert sich in ein im Flachbogen geschlossenes Mittelbild von etwa 50 und in zwei kleinere rundbogige Seitenfelder von je 5 Quadratmtr. Fläche. Auf dem ersteren tritt zwischen knorrigen, grünbelaubten Eichenstämmen, vor denen Lilien emporsprießen, als breitbeflügelte Hauptfigur, die eine Hand segnend erhoben, in der anderen die Palme haltend, der deutsche Michael als Friedensgenius hervor. Hinter ihm erblickt man tief im Grunde eine hochgethürmte Stadt; über ihm aber wölbt sich in flammenden Linien der Regenbogen zur Erde nieder und umspannt seitwärts die dort angeordneten Gruppen der über dem Werk sinnenden Meister und des kunstfertigen Handwerkers, der das vollendete Stück dem die Werkstatt aufsuchenden Patricierpaar darbietet. die bei der Arbeit sitzenden, gleich jenen anderen in die Tracht der Renaissance gekleideten Gestalten eines Buchbinders und einer Stickerin füllen dazu die begleitenden Seitenfelder. Auf unserer Väter Art und Thun ist in diesen Figuren und Gruppen hingewiesen und damit auf die Quelle, aus der das wiedererwachende Kunsthandwerk bei uns seine erste Nahrung sog.

   Für das schnell anzufassende und schnell zu vollendende Werk riesigen Umfangs hatte man in dem jetzt in Potsdam ansässigen berliner Maler Max Koch den rechten Meister gefunden. Von den großen Panoramen, in denen er Pergamon, den Brand Roms und die Sintflut schilderte, von seinen Fresken im Rathaus zu Lübeck und von einer langen Reihe sonstiger umfangreichen Schöpfungen decorativer Malerei weiß man, daß nur wenige andere an erstaunlicher Arbeitskraft mit ihm zu wetteifern vermögen. So ward denn auch hier Carton und Farbenskizze bereits in kürzester Frist der Deutschen Glasmosaikgesellschaft Puhl u. Wagner zu Rixdorf übergeben, die für die Ausführung allein in Betracht kommen durfte und in der ihr zufallenden Leistung nun hinter dem entwerfenden Künstler kaum zurückstand. Unter Heranziehung von etwa 30 gründlich eingeübten Arbeitskräften gelang es ihr, die drei Tafeln, bei denen gegen 600 000 Steinchen aus dem farbigen Glaspasten zu schlagen und den Linien und Tönen der Vorlage entsprechend zusammenzufügen waren, in einer Zeit von sechs Wochen fertigzustellen. sodaß die ganze Arbeit Mitte Februar d. J. im berliner Kunstgewerbe-Museum vorgeführt und alsbald, wieder in einzelne Theile zerlegt, nach Paris abgesandt werden konnte.
   Nicht bloß mit diesen Koch´schen Compositionen wird die genannte Werkstatt in Paris vertreten sein. Als eins ihrer neusten Hauptwerke stellt sie den von Spitta in romanischen Formen entworfenen achtseitigen, von eine Bronzekuppel bedeckten, innen aber mit reichem Glasmosaik ausgelegten Brunnen aus, der als Geschenk des Deutschen Kaisers an den türkischen Sultan vor der Hagia Sophia zu Konstantinopel seinen Platz finden soll, sodaß dort neben frühsten Erzeugnissen der Mosaikkunst die modernsten zu sehen sein werden. Dazu gesellt sie die Wiederholung zweier Lunettenbilder aus der reizvollen Decoration des prächtigen Badezimmers, das sie nach dem Entwurf von A. Bembé für Schloß Beggen ausführte, eine neue Darstellung des thronenden Christus aus San Marco in Venedig, mit dessen Nachbildung sie 1890 zum ersten mal an die Oeffentlichkeit trat, sowie noch andere interessante Stücke, von denen ein Porträt Kaiser Wilhelm´s II. seine Stelle im deutschen Hause erhalten hat. Vor einer weiten Oeffentlichkeit wird die Deutsche Glasmosaikgesellschaft damit den Erfolg darthun, den ihr mühevolles Beginnen, die monumentale Technik des Glasmosaiks aus Venedig, wo Salviati sie neu belebte, nach Deutschland zu verpflanzen, in ausdauernder Arbeit allmählich sich errungen hat. War in der Zeit nach den ersten Versuchen, die 1888 begannen, oft genug die bange Sorge in der Werkstatt heimisch, so blickt diese heute auf Hunderte von Ausführungen kleineren und größeren Umfangs für Kirchen und Friedhöfe, für öffentliche und private Gebäude jeder Art zurück. In altüberlieferten und in modernsten Stilformen, in monumentalen und in reichen figürlichen Compositionen hat sie gearbeitet, bis nach Luxemburg und Rotterdam, nach Jerusalem und Tokio Zeugnisse ihres Kunstfleißes geliefert und steht gegenwärtig vor einer Fülle neuer Aufträge, die auf Jahre hinaus ihre Kräfte in Anspruch nehmen. Fd.

Samstag, 14. Mai 2016

Gartenweg mit Phlox, 1908

Gartenweg mit Phlox, 1908, Öl auf Leinwand, circa 60 × 85 cm, rechts unten signiert und datiert "M. K. 08". Auf der Rückseite der Leinwand befindet sich ein Aufkleber zu einer Ausstellung des Vereins Berliner Künstler im Künstlerhaus Berlin. Der Aufkleber, eine Art Formular des Vereins, wurde von Max Koch selbst beschriften mit dem Titel des Bildes, dem Wohnort des Künstlers und dem Verkaufspreis. Koch gibt hier seinen Namen als Aussteller mit "Max Frdr. Koch" an. Privatbesitz Potsdam.
Max Koch hat 1916 die gleiche Gartenansicht noch einmal gemalt. Acht Jahre später benötigte der Baum rechts schon keine Sicherung durch einen Pfosten mehr.