Materialien zum Leben und Werk von Prof. Max Koch, eines über Berlin und Potsdam hinaus bedeutenden Künstlers und Kunstlehrers.
Sonntag, 16. April 2023
Zwei Entwurfszeichnungen für Deckengemälde in den Wohnräumen im Berliner Schloss
Samstag, 6. November 2021
Deckengemälde und zwei Mosaiken im Teppichsaal im Warenhaus Hermann Tietz am Alexanderplatz
Von dem Deckengemälde und den Mosaiken im Teppichsaal des Warenhaus Hermann Tietz sind Abbildungen bisher nicht bekannt. Hier zumindest ein Foto, das die Ausstattung des Teppichsaals zeigt. Dem nachfolgenden Zeitungsartikel zufolge wurden die Mosaiken, die die Maschinen- und Handarbeit zeigten, nach Kartons von Max Koch gefertigt:
"Das Warenhaus Hermann Tietz am Alexanderplatz hat an der Alexanderstraße eine Verlängerung und Erweiterung erfahren, die im Sinne der Notwendigkeit und der Verschönerung gleich anerkennend zu begrüßen ist. Die Königlichen Bauräte Cremer und Wolffenstein haben diese Vergrößerung vorgenommen, die sich zunächst in einer Frontlänge von 125 Meter in jener geschmackvollen, jede Ueberladung vermeidenden Form, wie sie die Hauptfront nach dem Alexanderplatz zeigt, mit drei Eingangsbögen und zahlreichen Schaufenstern in der Alexanderstraße hinzieht. Oberhalb der Riesenpfeiler des Mittelbaues grüßt den Eintretenden figuraler Schmuck, die vier Jahreszeiten darstellend. Ein durchbrochener Kupferaufsatz mit einer mächtigen Uhr bekrönt den Mittelbau. Die Ausstattung der neuentstandenen Verkaufsräume ist ohne aufdringliche Eleganz in gediegenstem Material ausgeführt und künstlerisch gestaltet. Mit Eiche verkleidete Säulen tragen den Plafond im ersten Stockwerk, der eine Neuheit aufweist: die Decken sind mit einem besonderen Glanzlack emailleartig gestrichen, die dem Tageslicht wie dem Schein zahlreicher Kristallkronen als Reflektor dienen, so daß eine strahlende Belichtung in allen Räumen erzielt ist. Das Kleiderstoff, und das Seidenstofflager ist im Parterre in einem in hell Eichen gehaltenen Lichtsaal untergebracht. Vom Parterre führen sechs Fahrstühle nach oben, wo sich in der ersten Etage die Lager für Damen- und Kinderkonfektion und Putz, in der zweiten der Erfrischungsraum mit breitem Büfett befinden. An den Erfrischungsraum stößt die große, mit weißen Kacheln ausgelegte Küche mit ihren elektrischen Maschinen, die fast jede Handarbeit ersparen und für weitgehende Reinlichkeit Garantie leisten. Im dritten Stockwerk ist die Wirtschafts-, Glas-, Porzellan- und Spielwarenabteilung, im vierten endlich sind die Expeditions- und Bureauräume. Der Glanzpunkt des Neubaues befindet sich im zweiten Stock: ein gewaltiger, vornehm ausgestatteter Teppichsaal. Er durchragt drei Stockwerke, ist in hellbraun Nußbaum gehalten und trägt gediegene Schnitzerei und Bildhauerarbeit. Von seiner Decke grüßt in Medaillonform ein Kolossalgemälde von Prof. Max Koch: Merkur empfängt Völker aller Erdteile, die ihre Waren der Berolina darbieten. Eine Galerie, in Bronze getrieben und mit Holzschnitzereien versehen, umschließt den imposanten Raum, dem noch zwei Mosaikwandgemälde, ebenfalls nach Kartons von Prof. Koch, zu besonderem Schmuck gereichen. Die oberen Wände tragen Spiegel, aus denen das Licht der Wandleuchter in Kerzenform und der zehn Kristallkronen auf die prächtigen Teppiche niederstrahlt. Von der Straßenseite dringt durch fünf, mit irisierenden Scheiben versehene Riesenfenster das Tageslicht. Von sonstigen Neueinrichtungen im Warenhause Hermann Tietz sei auf die neuartigen Terrassen zur Aufstellung der Wirtschaftsartikel und die mit Glaswänden versehenen Regale für Putz hingewiesen, die dem Tageslicht überall ungehinderten Einlaß in die Verkaufslokalitäten gewähren. In der Putzabteilung sind ferner intime Räume im Rokokostil zur Anprobe geschaffen. Im Souterrain auf der Königsgrabenseite ist die Kraftanlage bedeutend vergrößert worden. Sechs Motore mit je 200 HP. versorgen das Riesenhaus mit Licht, ebenso sind Maschinen für Wasser, Luftzufuhr und Heizung tätig. Ueberall im Tietzschen Warenhause macht sich ein wohltuender Blumenreichtum zwischen den aufgestellten Waren bemerkbar, gewiß eine der größten Annehmlichkeiten für das durch die Säle flutende, betrachtende und kaufende Publikum.
Anonym: „Aus Berlin, Mittwoch 15. April.“, in: Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 47. Jg., Nr. 91, 16.04.1908, S.2.
Mittwoch, 7. Februar 2018
Deckengemälde im Apollo-Saal im Hotel Deutscher Hof
Oben ein Detail aus einem Foto, das sich in der Sammlung des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin befindet (Inventarnummer: F 5214). Es zeigt die Decke des Architekten Heinrich Seeling mit dem zentralen Deckengemälde von Max Koch. Dargestellt ist in der Mitte in einer sonnigen Gloriole der dem Saal den Namen gebende Apoll mit einer Kithara. Am Rand halten Musen Kränze für ihn hoch und oben auf einer Felsklippe steht Pegasus für ihn bereit. Hier zwei hochvergrößerte Details:
Samstag, 3. Februar 2018
Tanzsaal im Hotel Disch in Köln
Nach einem Eigentümerwechsel wurde das Hotel ab 1890 durch Kayser & von Groszheim umgebaut. Die Dekorationen von Max Koch dürften daher aus diesem Jahr stammen.
Donnerstag, 1. Februar 2018
Musikzimmer im Wohnhaus Jägerstrasse 53, Berlin
Abbildung aus: Wilhelm Cremer und Richard Wolffenstein (Hrsg.), Der innere Ausbau. Sammlung ausgeführter Arbeiten aus allen Zweigen des Baugewerbes, Bd. 1, Berlin, Ernst Wasmuth, o.J. [1894], Tafel 35.
Bildunterschrift: "Berlin / Musikzimmer Wohnhaus Jaegerstrasse 53 / (Ernst Mendelssohn-Bartholdy) / H. Schmieden, von Weltzien & Speer Arch. erf. - Christian Lehr Bildh. Berlin und Max Koch Maler ausgef."
Freitag, 1. Dezember 2017
Berlin, Hildebrandstr. 20, Gartenhalle
"Beide Häuser wurden in Jahre 1888 nach den Entwürfen der Architekten Kayser und von Groszheim erbaut. Das erstere [Nr. 20 rechts] als Wohnsitz einer größeren Familie für Herrn Banquier M. Strauß. Es ist im Innern architektonisch sorgfältig und reich ausgestattet, seine Gartenhalle ist mit farbigen und figürlichen Darstellungen von der Hand des Professors Max Koch geschmückt. (...)"
Text zur Tafel 47 in: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk, 6. Jg., 1893, Nr. 5, S. 24.
Der Bankier und Handelsrichter Moritz Strauß war Direktor der Börsen-Comissionsbank. Er war verheiratet mit Hermine, geb. Massenbach, und starb am 15. September 1905. Seine Witwe ist bis 1920 im Berliner Adressbuch unter dieser Adresse aufgeführt. Ab 1921 ist dort ein "R. Sostberg" aufgeführt, wobei es sich um den Kunstsammler Robert Sostberg handelt, dessen Nachlass, insbesondere die Einrichtung der Villa, am 27. September 1932 versteigert wurde.
Dienstag, 21. März 2017
Schloss Hohenbuchau - Entwurf der Decke im Festsaal
Abgebildet in: Berliner Architekturwelt, 4. Jg., 1902, Heft 6, Extrabeilage. Bildunterschrift: "Max Koch, Maler. Plafond für den Festsaal des Schlosses Hohenbuchau."
„Ein grosser Zug rauschender, festlicher Pracht geht durch die Skizze zu einem Plafond von Professor MAX KOCH (Extrabeilage), welcher in Casein-Technik im Festsaal des von Baumeister Schellenberg in Wiesbaden erbauten Schlosses Hohenbuchau, des Besitztums des Baron von Krauskopf im Taunus, ausgeführt worden ist. Die leitende Idee, die dem Bilde zu Grunde liegt, ist der Einzug des Lichtes, der Freude und des Ueberflusses in den Festraum, Der ganze Saal ist im Geschmack der italienischen Spätrenaissance ausgestattet. Das Gemälde, welches ein Tonnengewölbe bedeckt, hat eine Grosse von 5:12 m.“ Zitat aus: Bg., "Zu unseren Bildern", in: Berliner Architekturwelt, 4. Jg., 1902, Heft 6, S. 218-224, Zitat S. 221-222
In der Mitte der Decke reitet Apollo, von der Sonne hinterschienen, auf dem geflügelten Pegasus. Links unten lagert ein alter weintrinkender Bachus, links in der Mitte eine Frau mit Maske, die wohl die Muse Thalia darstellt. Oben, rechts und unten Jünglinge, die Laute spielen oder Flöten blasen.
Samstag, 18. Februar 2017
Hotel Deutscher Hof - Apollo-Saal
"Der Hauptsaal, 31,50 m lang, 17,50 m breit und 12 m hoch, liegt über einem die sehr geräumigen Kleiderablagen, Toiletten und Nebenräume enthaltenden Zwischengeschoss. Er bietet Raum für 1527 Personen. Von seiner Architektur giebt die Abb. 543 eine Vorstellung, doch bildet das Orchesterpodium eine nachträgliche, vom Architekten [H. Seeling] in der Form nicht beabsichtigte Zuthat. – Das in die Bogen-Architektur des oberen Theils der Rückwand hineincomponierte Bild sowie das Deckengemälde ist von Max Koch als fresco gemalt.“
Architekten-Verein zu Berlin, u. a. (Hg.), Berlin und seine Bauten, Berlin 1896, Bd. 2, "Öffentliche Bauten", S. 520, Abb.543 ebenda.
Mittwoch, 15. Februar 2017
Neues Regierungsgebäude in Potsdam
Anonym, "Neues Regierungsgebäude in Potsdam.", in: Zentralblatt der Bauverwaltung, 28. Jg., Nr. 2, 8. Januar 1908, S. 9–11, mit 6 Abbildungen. (Abb. 1 unten, Abb. 6 oben)
Sonntag, 22. Januar 2017
Hotel Excelsior Berlin, Die fünf Weltteile
Dokumentiert ist die Dekorationsmalerei durch eine Postkartenserie, die im Verlag des Hotels erschien und die mit 72 Bildern die verschiedenen Räume des Hotels und deren künstlerische Ausschmückung zeigt. Bild 54 dieser Serie (oben) zeigt das "Deckengemälde 'Die fünf Weltteile' in der Empfangshalle von Prof. Koch".
Samstag, 15. Oktober 2016
Restaurationshallen in Sedan-Panorama-Gebäude
Detail aus einer Zeichnung von Wilhelm Geißler (siehe unten), abgebildet in: Illustrirte Zeitung, 83. Bd., Nr. 2148, 30. August 1884, S. 214. Illustration zum Artikel von G. S.: "Panorama der Schlacht bei Sedan in Berlin", ebenda S. 209-212.
„ (...) Für die malerische Ausschmückung hat vorzugsweise der französische Feldzug die Motive geliefert. So entsprechen die einzelnen Raumgruppen den Divisionen der verschiedenen an den siegreichen Kämpfen beteiligten Armeen; die Zwickelfelder bezeichnen die Regimenter, die der Division angehören, und an den Bögen sind wiederum die Namen der Orte verzeichnet, an welchen die betreffenden Truppen mitgekämpft haben. Die Zwickel zieren außerdem Lorbeer-, Eichen- und Tannenreiser, welche mit farbigen Schriftbändern umwunden sind. Der mittlere Teil der Restaurationshallen ist nach den Entwürfen des Malers M. Koch mit Wappen, Emblemen und Trophäen malerisch reich ausgestattet (...)“
Hinweis aus: Zentralblatt der Bauverwaltung, 4. Jg., 1884, Nr. 12, S. 115.
Donnerstag, 6. Oktober 2016
Warenhaus Tietz am Alexanderplatz, Erweiterungsbau
— Der Erweiterungsbau des Warenhauses Tietz am Alexanderplatz wurde gestern dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die neue Front, die sich in einer Länge von etwa 125 Metern in der Alexanderstraße hinzieht, ist wie der ursprüngliche Bau von den Bauräten Cremer und Wolffenstein in grauem Sandstein ausgeführt. Der Mittelbau enthält drei Eingangsbögen und die zu den Treppen führenden Türen. Der Haupteingang mit seitlichen Schaufenstern führt in die mit Bronze bekleidete Vorhalle. Die Front wird belebt durch einen Balkon über der Eingangshalle, hinter dem sich hochstrebende Fenster mit Farbenschmuck befinden. Ueber den Riesenpfeilern des Mittelbaues sind Figuren angebracht, die die vier Jahreszeiten darstellen. Der durchbrochene Kuppelaufsatz mit der Uhr bekrönt den Mittelbau. Dreißig Schaufenster beleben das Straßenbild. Die Ausstattung der Verkaufsräume ist in gediegenstem Material hergestellt. Mit Eiche verkleidete Säulen tragen den Plafond im ersten Stockwerk, der eine Neuheit aufweist; die Decken sind mit einem besonderen Glanzlack gestrichen, die das Tageslicht wie den Schein zahlreicher Kristallkronen widerspiegeln. Den Clou des Hauses bildet der große Teppichsaal, der durch drei Stockwerke ragt und eine meisterhafte Innenarchitektur aufweist. Die Wände und Pfeiler sind in gewachst Nußbaum gehalten und mit Schnitzerei- und Bildhauerarbeiten verziert. Der Bau wird umzogen durch eine in Bronze getriebene Galerie. An den Wänden befinden sich zwei kunstvolle Mosaiken, die die Maschinen- und die Handarbeit darstellen. Ein großes prächtiges Deckengemälde von Max Koch behandelt das Motiv: „Merkur begrüßt die Völker der Erde, die ihre Waren der Berolina darbieten." Ueberraschend wirkt auf den Besucher das riesige Maschinenhaus. Freundlich und hell ist der große Erfrischungsraum gehalten; auch in den Verkaufsräumen hat der Architekt das Hauptgewicht darauf gelegt, trotz der schwierigen Raumverhältnisse dem Tageslicht überall durch riesige Fenster Einlaß zu verschaffen.
Anonyme Mitteilung in: Berliner Volkszeitung, 56. Jg., Nr. 182, 16. April 1908, Abend-Ausgabe, S. 2.
Mittwoch, 5. Oktober 2016
Eine wiederhergestellte schlesische Burg
Anonym, in: Berliner Volkszeitung, 61. Jg., Nr. 55, Morgen-Ausgabe, 2. Februar 1913, Erstes Beiblatt, S. 2.
Sonntag, 17. Juli 2016
Deckengemälde im Zuschauerraum des neuen Stadttheaters zu Halle an der Saale
F., „Das neue Stadttheater in Halle a. S.“ , in: Deutsche Bauzeitung, 20. Jg., Heft 93, vom 20. November 1886, S. 553ff., Fortsetzung in Heft 96 ab S. 573, Schluss in Heft 97 ab S. 577, Zitat auf S. 574.
„Die Decke des Zuschauerraums, in lichten Tönen und reicher Vergoldung gehalten, zeigt, der konstruktiven Teilung folgend, ein großes Velarium, welches durch acht Zeltstangen in vier größere und vier kleine Felder geteilt ist. Weibliche Gestalten in den vier kleinen Feldern versinnbildlichen Lustspiel, Schauspiel, Trauerspiel und Oper, gemalt von Max Koch in Berlin.“
A.P., "Korrespondenz, Halle a/S., 10. Oktober 1886", in: Kunstchronik, 22. Jg., Heft 2 vom 21. Oktober 1886, S. 21-24. Zitat S. 23.
Dienstag, 24. Mai 2016
Verherrlichung Preußens als Schützerin von Kunst und Wissenschaft
Verherrlichung Preußens als Schützerin von Kunst und Wissenschaft, 1913, Deckengemälde im Berliner Schloss, Königinnen-Zimmer, 2. Obergeschoss, Raum 783. Zerstört.
Die Abbildung zeigt ein perspektivisch korregiertes Detail aus dem nachfolgenden Foto.
Das Königinnen-Zimmer. Abbildung aus: Richard Schneider, Das Berliner Schloss in historischen Photographien, Lukas Verlag, Berlin 2013. Abbildung S. 104, Kommentar S. 151. "Im Zusammenhang mit 1912 erfolgten Umbaumaßnahmen wurde das "translozierte" Zimmer um eine Fensterachse vergrößert. Gleichzeitig beauftragte Wilhelm II. seinen Hofarchitekten Ernst von Ihne, dem als Festsaal vorgesehenen Raum eine gänzlich neu Ausstattung zu geben. Als Resultat entstand ein Glanzstück historischer Baukunst. Wie die Aufnahmen zeigen, trifft das auf die Wanddekoration ebenso zu wie auf die Decke, deren Gestaltung in den Händen von Georg Roch und Hermann Feuerhahn lag. Das große Gemälde wurde 1913 von Max Friedrich Koch ausgeführt; es behandelt in allegorischer Form das Thema "Verherrlichung Preußens als Schützerin von Kunst und Wissenschaft"."
Hermes
Dieses Detail aus dem folgenden Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der Decke. Außer Wolken, Zweigen und einem Vogel ist nichts weiter zu erkennen. Eine andere Abildung der Decke ist dem Autor noch nicht bekannt.
„Der Ausbau des Vortragszimmers des Kaisers gehört im wesentlichen der Zeit Friedrich Wilhelms I. an. Martin Heinrich Böhme war der Architekt. Namhafte Teile des Ausbaus sind noch erhalten: Die mit Pilastern gegliederte Holztäfelungen, die Fensterleibungen mit ihren schönen Malereien, die Türen mit ihren Bekrönungen und geschnitzten Umrahmungen und Kehlungen, sowie das Deckengesims. Neu aus d. J. 1888 ist die im reichen Barock hergestellte Decke, der mächtige Kamin mit dem reichen Aufbau als Umrahmung der Büste Friedrichs des Großen und die rote Sammet-Wandbespannung innerhalb der alten Holztäfelung. Der Architekt ist Adolf Heyden. (Kyllmann u. Heyden), die Bildhauerarbeit von Ernst Westpfahl, das Deckenbild von Max Koch: Der Götterbote bringt eine erwartete Botschaft. Die Einrichtung mit Möbeln ist noch die vom Kaiser benutzte, auch der Bildschmuck ist der fast unveränderte: Porträts von Angehörigen des großen Königs.“ Albert Geyer, „Die historischen Wohnräume im Berliner Schloß“, in: Deutsche Bauzeitung, 60. Jg., Nr. 54, Berlin, den 7. Juli 1926, S.441-448, Zitat S. 448
Eine weitere Erwähnung der Decke vom selben Autor in: Die historischen Wohnräume in Berliner Stadtschloss, Berlin, Deutscher Kunstverlag, 1926, S.29: „Das Deckenbild ist von Max Koch: der Götterbote Hermes bringt zwei weiblichen Gestalten, von denen die geflügelte ihm zuwinkt, eine erwartete Botschaft.“
Abbildung aus Goerd Peschken, Hans-Werner Klünner, Das Berliner Schloss, Propyläen 1982, Abb. 254. Dort auch auf S. 529: „... im Deckenbild, gemalt von Max Koch, nahte sich Merkur, der Götterbote.“
Triumpf der Flora
Hinweis aus: Albert Geyer, Sepp-Gustav Gröschel, Stiftung Preußische Seehandlung, Geschichte des Schlosses zu Berlin: Vom Königsschloss zum Schloss des Kaisers (1698-1918), Nicolai 1993, S. 125: „Die 1888 von Otto Lessing geschaffene Stuckdecke mit überreich vergoldeten Ornamenten wurde samt dem Deckengemälde Triumph der Flora von Max Koch entfernt und eine glatte Decke angetragen, die sich in der neuen Bemalung an die Rodesche im Wohnzimmer anlehnen sollte.“
Kranichbeize
Hinweis aus: Goerd Peschken, Hans-Werner Klünner, Das Berliner Schloss, Propyläen 1982, S. 530. „Als Deckenbild war 1888 eine Kranichbeize nach Max Koch von Hans Koberstein ausgeführt worden.“
Sonntag, 20. Dezember 2015
Theater am Schiffbauerdamm - Deckengemälde im Foyer
Abbildung aus: Egon Hessling, Decorative und monumentale Malereien zeitgenössischer Meister, Leipzig, Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung, 1902, Blatt 7, Bildunterschrift: „Plafond aus dem Foyer des Neuen Theater in Berlin. Das Bild ist auf Rabitz-Gipsputz, der mit Wachsfarben grundirt ist, mit Tempera gemalt."
Ein authentischer Titel des Deckengemäldes ist nicht überliefert. Die zentrale Figurengruppe ist aber ein Liebespaar, das in den Himmel hinaufschwebt. Er hält mit seiner rechten Hand eine Fackel empor, deren Qualm ein Aufsteigen der beiden anzeigt. Sie hält mit ihrer rechten Hand ein Schild oder einen Spiegel fest. Die beiden Liebenden haben die Finger der linken Hände zärtlich miteinander verschränkt und beide himmeln sich mit Blicken gegenseitig an. Ihr Weg nach oben in die Wolken ist mit einer Blumengirlande, die Amoretten für sie zusammensetzen, vorbereitet und ganz oben zielt eine Amorette mit Pfeil und Bogen auf die Tauben der Venus, der Göttin der Liebe. Das alles spielt sich aber nur im Theater ab. Am unteren Rand des Gemädes, am Übergang zum Raum der Betrachter, sitzt Thalia, die Muse der Komödie und des Schauspiels, uns sie unterhält mit Apollon auf dem Pegasus einen engen Blickkontakt. Diese Gruppe, vermittelt durch zwei Amoretten bildet die Basis, fast möchte man sagen die Startrampe für das zentrale Schauspiel der Liebe.
Bedroht wird das Schauspiel durch zwei Drachen mit ausgebreiteten Fledermausflügeln und langen Hälsen an den Schmalseiten. Die Drachenköpfe scheinen plastisch ausgeformt, denn aus ihren aufgerissenen Hälsen kommen die Ketten, an denen die Lüster für die Beleuchtung aufgehängt werden können.
Eine weibliche Figur, die nur aus der umgekehrten Per- spektive heraus richtig zu sehen ist und die scheinbar unbeteiligt den Rand des Gemäldes mit Pfingstrosen dekoriert, möchte ich wegen ihrer Schmetterlingsflügel als Psyche beschreiben. Das heftig im Wind wehende Tuch beschreibt als eine Art Psy- chogramm den mäandrieren- den Fluss der Gefühle, oder eben deren Wechselhaftigkeit.
In jeden Fall ist diese Figur als Entwurf sehr gelungen. Das ernste Gesicht, die knie- ende Haltung, das dabei fast beiläufige, eher unbewußte Festhalten des flatternden Tuches und die Konzentration auf den vorsichtig gehaltenen Blütenzweig stehen in einem interessanten und nach Interpretation ru- fendem Kontrast zum dem Liebesschauspiel, das als Normalperspektive das Geschehen im Theater bestimmt.
Samstag, 19. Dezember 2015
Neues Theater am Schiffbauerdamm Foyer Farbskizze
Richard Guhr (1873-1956) war von 1892 bis 1893 Schüler an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbe-Museums, unter anderem bei von Max Koch. Der Verbleib der originalen Farbskizze vom Max Koch, nach der diese Zeichnung entstand, ist unbekannt. Sie zeigt einen Entwurf für das Deckengemälde im Foyer des Neuen Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin.
























