Posts mit dem Label Biografie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Biografie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. Juni 2023

Max Koch - Sein Spätwerk. Einzelausstellung im Museum der Havelländischen Malerkolonie

Noch bis zum 09.07.2023 wird im kleinen, aber feinen Museum der Havelländischen Malerkolonie eine Ausstellung mit Werken von Karl Hagemeister gezeigt. 

Danach eröffnet am 22.07.2023 eine Ausstellung mit Werken von Max Koch. Gezeigt werden die späten Ölgemälde mit Motiven aus Potsdam und der umgebenden Seenlandschaft. Die gezeigten Gemälde stammen überwiegend aus Privatbesitz. 

Es ist die erste Einzelausstellung seit November 1929, als der Potsdamer Kunstverein zu Ehren von Prof. Max Koch anläßlich seines 70. Geburtstages ihm in der Buch- und Kunsthandlung Karl Heidkamp eine Jubiläumsausstellung widmete. Nur drei Monate später verstarb Max Koch in seinem Haus in Sacrow. Eine Rezeption seines umfangreichen Werkes hat nie stattgefunden, zumal seine Panoramen und sein Hauptwerk, die zahlreichen Dekorationsmalereien in öffentlichen Gebäuden Berlins im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurden. Neben diesen öffentlichen Aufträgen malte Max Koch aber auch privat Aquarelle und Ölgemälde, die er regelmäßig auf den Grossen Berliner Kunstausstellungen zeigte, aber auch in den Berliner Galerien von Fritz Gurlitt (1892), von Eduard Schulte (1917) und später im Potsdamer Kunstverein (1924, 1925, 1927). Es bietet sich in der Ausstellung die Möglichkeit einer Wiederentdeckung eines großen Meisters der Malerei um die Jahrhundertwende. Max Koch war ein frühe erkanntes Talent und wurde bereits 1883 mit nur 24 Jahren zum Lehrer an die für Berlin wichtige Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbe-Museums berufen. 1888 zum Professor ernannt, lehrte er bis 1924 Aktzeichnen sowie Historien- und Dekorationsmalerei. Die Erfahrungen seines erfüllten Künstlerlebens und die entwickelte Könnerschaft verdichten sich in den relativ kleinen Ölgemälden, die ab 1914 entstanden und - was man auch sehen kann - von Max Koch mit Vergnügen gemalt wurden.

Mittwoch, 24. November 2021

Medaillion zum 50. Geburtstag von den Kollegen

Bronzegussmedaillion, Durchmesser 106,5 mm. Mit diesem Medaillion ehrten offenbar die Kollegen vom Kunstgewerbe-Museum Max Koch an seinem 50. Geburtstag. Ein Bildnis der behelmten Minerva im Profil und das geschnürte, von Lorbeer umrankte Bündel von Pinseln machen es sehr unwahrscheinlich, dass ein andere Max Koch als eben der 1859 geborene Maler Prof. Max Friedrich Koch aus Berlin gemeint seien könnte.            
Versteigert vom Auktionshaus Gerhard Hirsch Nachfolger am 24.06.2021, Auktion 369, Los 4103. Verbleib unbekannt.

Samstag, 10. Februar 2018

Wahl zum gerichtlichen Sachverständigen

   "Vom Verein Berliner Künstler wurden als gerichtliche Sachverständige für Kunst folgende Herren gewählt: Für Bildnißmalerei Kiesel und Hanns Fechner: für Genre Skarbina, Schäfer, Possart; für Landschaft Jacob und Günther-Naumburg; für Marine Lindner; für Sport und Thiere Kappstein; für Geschichts- und Monumentalmalerei Arthur Kampf und Max Koch; für Graphik Hans Meyer; für Monumentalbildnerei und Porträts Ernst Herter; für Kleinplastik Riesch; für Vervielfältigungsplastik Pohlmann und Schichtmeyer; für Thierplastik Bildhauer Rusche."
Anonym, „Kleine Kunstnachrichten“ in: Berliner Tageblatt, 31. Jg., Nr. 318, 26. Juni 1902, o.p. [S, 3].

Samstag, 7. Oktober 2017

Westermanns Monatshefte im August 1918

Max Koch: Der Kampf dithmarscher Bauern mit der holsteinischen Ritterschaft im Jahre 1500


Von Kunst und Künstlern
Max Koch, von dem dieses Heft sechs Bilder zeigt, vier als besondere Kunstblätter, zwei als Abbildungen im Text (S. 594 [siehe oben] und S. 595 [siehe unten]), gilt bei seinen Fachgenossen und vor der Öffentlichkeit eigentlich als Dekorationsmaler; als solcher verwaltet er sein Lehramt an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums, als solcher hat er seine Erfolge in der Öffentlichkeit zu verzeichnen gehabt, vor allem in der Zeit der Schau-Panoramen und als Schöpfer von Deckengemälden im preußischen Herren- und Abgeordnetenhause wie im Sitzungssaal der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, in der Buchhändlerbörse und im Festsaal des Reichsgerichts in Leipzig. Aber wie es in der Kunst so geht: sie lässt sich weder Schrauben noch Schranken setzen. So hat sich auch Koch, heute ein Mann in den besten Jahren (geb. 24. November 1859 in Berlin), seitab von dem Sonderfach, auf das er nun mal abgestempelt ist, ein Lieblingsfeld gesucht, um es in freier Natur zu pflegen: das ist die Landschafts-, Architektur- und Blumenmalerei, für die er sich seine Motive am liebsten aus der Umgebung Potsdams holt. Früher hatte er dort sein eigenes Landhaus: seitdem er aber die Ungebundenheit des Bootslebens kennen und schätzen gelernt hat, begnügt er sich mit einem schwimmenden Atelier, das ihn bald hier-, bald dorthin trägt und geduldig wartet, bis er auf Pappe oder Leinwand hat, was ihn gerade lockt. Und er hat bald einen eigenen Reiz in diesen Ansichten vom Wasser her gefunden; die Luft- und Lichtstimmung ist ganz anders, als wenn man sich den Dingen vom Lande aus nähert, und besonders an den Spiegelungen im Wasser erlebt man immer wieder neue Freude. Erst seitdem er sie so von allen Seiten im Boot umfährt, glaubt Koch all die feinen landschaftlichen Schönheiten der alten Friedrich-Stadt entdeckt zu haben und immer wieder vor neuen überraschenden Aufgaben zu stehen. Oft begnügt sich diese Entdecker- und Erobererfreude mit reinen Landschaftsstudien, die sich dann fast alle durch einen feinen, stumpfgrauen Silberton auszeichnen; manchmal aber, wie in den beiden Altpotsdamer Bildern, die wir zeigen, geht sie weiter, zu den vom Duft des Alters und vom Edelrost der Geschichte überhauchten Gebäuden. Daneben entstehen, gleichsam auf einer stillen, abgeschlossenen Insel der Seele, zu der die Stimmen des Berufs und des Alltags kaum dringen, leuchtende Blumenstücke, auch sie meist unmittelbar der Natur entnommen und dem organischen Rahmen ihrer Umgebung nicht entfremdet. Auch von dieser Art bringen wir in den „Phlox-Blumen im Babelsberger Hofgarten“ eine Probe.
   Die zwei Textbilder, die Kopfleiste und das Schlussstück erinnern an Kochs dekorative Malereien. Dort eine Szene aus dem Befreiungskampf der dithmarsischen Bauern gegen die holsteinischer Ritterschaft in Jahre 1500 (im Kreishaus von Meldorf); hier ein Schmuckstück aus einem Jagdzyklus, der das Speisezimmer des Präsidenten des Herrenhauses ziert.
   In der Nachbarschaft dieser dekorativ-monumentalen Wandmalerei gehört auch das erst kürzlich entstandene Hindenburg-Bildnis. Dem Maler lag offenbar daran, das gewaltige und überragende dieser Feldherrnerscheinung schon im Äußeren, in der Größe und Wucht der Gestalt zur Anschauung zu bringen. Dabei hat ihm wohl von ferne das mächtige, massige Bildnis des italienischen Feldhauptmanns Alessandro del Borro im Kaiser-Friedrich-Museum vorgeschwebt, das – freilich nicht ohne Widerspruch – noch immer dem Velasquez zugeschrieben wird. [Der Rest des Artikels bezieht sich auf andere Abbildungen in diesem Heft.]
Friedrich Düsel (F.D.), "Von Kunst und Künstlern", in: Westermanns Monatshefte, Bd. 124.II, August 1918, S. 594-595.
Die vier erwähnten, ohne Paginierung eingebundenen Kunstblätter zeigen: "Heilige-Geist-Kirche in Potsdam" (nach S. 500); "Floxblumen im Babelsberger Hofgarten" (nach S. 516); "Alt-Potsdam" (nach S. 532); "Hindenburg" (nach S. 588).
Max Koch: Schmuckstück aus dem Speisezimmer des Herrenhauses in Berlin

Dienstag, 11. Juli 2017

Porträt Max Koch von Anton von Werner 1908

Detail aus dem Gemälde Enthüllung des Richard-Wagner-Denkmals von Anton von Werner von 1908.
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Herrn in der Mitte um Max Koch. Die Ähnlichkeit mit Fotografien aus der Zeit ist verblüffend.
Dass sich Max Koch und Anton von Werner kannten, war ohnehin anzunehmen. Jetzt stellte sich zudem heraus, dass Anton von Werner von 1890 bis 1901 als Saisonkarten-Mitglied (ohne Boot) in den Mitgliederverzeichnissen des Vereins Seglerhaus am Wannsee als "Dir. der Akademie der Künste" geführt wurde. Max Koch war dort ordentliches Mitglied (mit Boot) und später sogar Ehrenmitglied. (Freundliche Mitteilung von Herrn Rolf Bähr vom VSaW.)

Freitag, 10. Februar 2017

Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbe-Museums zu Berlin

   „Einen großen Verlust erlitt die Anstalt dadurch, dass der langjährige, bewährte Leiter der Malklasse, Prof. Max Koch, mit Oktober seine Lehrthätigkeit aufgegeben hat. Auf die dekorative Malerei Berlins hat er namentlich durch Ausbildung einer großen Anzahl tüchtiger Schüler vortrefflichen Einfluss ausgeübt. Ein Schüler des Herrn Professor Koch, Maler Max Seliger, hat für das mit Oktober begonnene neue Schuljahr die Leitung der freigewordenen Klasse übernommen.“
In: Kunstgewerbeblatt, 6. Jg. N.F., Heft 3, Dezember 1894, S. 48.

   „Bemerkenswerth dürfte es sein, darauf hinzuweisen, dass zwei der Aussteller: Seliger und Rohloff ehemalige Schüler der Unterrichts-Anstalt sind und ihren Lehrern im Lehramt nachfolgten. Seliger an Stelle Prof. Max Koch`s. Rohloff an Stelle Gustav Lind´s.“
Anonym, "Kleine Mitteilungen, Ausstellungen im Königl. Kunstgewerbe-Museum zu Berlin", in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 1, Oktober 1897 - März 1898, S. 141.

   „An die Stelle von Max Seliger, der bekanntlich nach Leipzig als Direktor der dortigen Kunstgewerbeschule berufen worden ist, ist der Maler Professor Max Koch vom 1. Oktober d. J. ab [1902] zum Lehrer an der Fachklasse für dekorative Malerei bei der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums zu Berlin ernannt worden.“
Anonym, "Chronik aus allen Ländern", in: Berliner Architekturwelt, 4. Jg., 1902, Heft 5, S. 182-188, Zitat S. 188.

Donnerstag, 21. Juli 2016

50. Geburtstag von Max Koch

"Am 24. November feiert einer der populärsten unserer Maler, Prof. Max Friedrich Koch, seinen fünfzigsten Geburtstag. Der Künstler, der als Lehrer am Kgl. Kunst- gewerbemuseum in Berlin wirkt, hat viele öffentliche Gebäude in allen Teilen Deutschlands mit prächtigen Wand- und Deckengemälden geschmückt."

Kurznachricht in: Die Woche, 11. Jg., Nr. 45 vom 27. November 1909, S. 2070.

Sonntag, 24. April 2016

Vortrag zu Max Koch am 28. April 2016

Auf Einladung durch den Förderverein des Potsdam-Museums e.V. und in Kooperation mit dem Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte hielt der Autor dieses Blogs einen Vortrag zum Leben und Werk von Max Koch. Am Vortrag erschien ein Interview von Ildiko Röd mit dem Autor in der Märkischen Allgemeinen Zeitung:

Dienstag, 20. Oktober 2015

Der Kunstverein ehrt Max Koch

   In den Ausstellungsräumen von Heidkamp trafen sich zahlreiche Mitglieder des Potsdamer Kunstvereins und Freunde des Künstlers zur Besichtigung der Gemäldeausstellung Professor Max Kochs und zur Uebermittlung der Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstage. Bevor Stadtbaurat Fischer in die Würdigung des Altmeisters der Potsdamer Malerkolonie eintrat, gedachte er noch des 80. Geburtstages eines der treuesten Mitglieder des Kunstvereins, des Majors Blankenstein, dessen Name mit der Begründung und der Geschichte des Vereins seit 20 Jahren auf das engste verbunden ist.
   Darauf wandte sich Stadtbaurat Fischer an den anderen Jubilar des Tages, Professor Max Koch, der zur allgemeinen Freude persönlich erschienen war und dessen kraftvolle Gestalt alle Anwesenden um Haupteslänge überragte. Es war ein Erlebnis, diese beiden alten Herren, den 70- und den 80 jährigen, in geistiger Frische und lebensvoller Energie zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. Beide richteten beachtliche Worte an die Festversammlung, der 80 jährige geistreich, witzig, ein Mann von Welt. Der andere, der Meister des Pinsels, stockend, die Worte sich mühsam entringend. „Künstler, bilde, rede nicht!“ Max Koch spricht sich in seinen Bildern aus, aber wertvoll war, was er zu ihrer Entstehung zu sagen hatte.
   Der Rede Stadtbaurat Fischers entnehmen wir folgende Einzelheiten aus dem Lebenswege Max Kochs. Er wurde 1859 geboren als Sohn des Malers und Illustrators Karl Koch in Berlin und betätigte sich künstlerisch zuerst in der Dekorationsmalerei an der Kunstgewerbeschule. Durch ein Staatsstipendium wurde es dem jungen Maler ermöglicht, eine Studienreise nach Italien zu unternehmen. Nach seiner Rückkehr war er bei der Ausmalung des Opernhauses in Frankfurt a. M. tätig. Weitere Studienjahre führten Max Koch nach Paris, bis ihn 1882 ein Ruf als Lehrer an die Berliner Kunstschule führte. Der König von Preußen ließ sich den strammen Grenadier nicht entgehen, der beim 1. Garde-Regiment z. F. als Einjährig-Freiwilliger eintrat. Mancherlei Auszeichnungen wurden dem Künstler zu teil. Er unterrichtete die Kronprinzessin, spätere Kaiserin Friedrich, im Malen. Dann fand er eine Anstellung beim Kunstgewerbemuseum in Berlin, die ihm bis auf den heutigen Tag verblieben ist, und wurde 1888 Akademieprofessor. Auf internationalen Ausstellungen wurden seine Werke mit der großen und kleinen goldenen Medaille prämiiert.
   Im Laufe seiner Lehrtätigkeit hat Max Koch eine tüchtige Malergilde herangebildet, und fruchtbar waren seine Bestrebungen zur Hebung der handwerklichen Kunst. In seinem Hause in Sakrow sammelte sich um ihn und seine Gattin ein großer Freundeskreis, dem Männer wie Lovis Corinth, Hagemeister, Rumpf, Franck u. a. angehörten.
   Aus seinem künstlerischen Schaffen seien erwähnt die großen Panoramen: Nero und der Brand Roms, Pergamon, die Sintflut. Gewaltige Wand- und Deckengemälde künden seinen Namen in Sitzungssälen, Warenhäusern, Theatern und anderen repräsentativen Räume. Ein weiteres Stoffgebiet eröffnete sich seinem Pinsel: Aktmalerei, Porträt und Landschaft. Als Landschafter beschränkt sich Max Koch aber nicht auf ein enges Gebiet. Sakrow, Potsdam (Stadtkanal) bieten ihm reizvolle Motive ebenso wie die See, das Gebirge, Deutschland wie das Ausland. Seine Landschaftsbilder zeichnen sich aus durch stimmungsvolle Schilderung und verinnerlichtes Naturgefühl. Seine Gärten und Blumenstücke sind von hohem koloristischem Reiz. Und noch in seinem Alter sind gesteigerte Leistungen zu erwarten, so daß man am 70. Geburtstage nur wünschen kann, daß Max Koch als Lehrer und als Künstler noch lange erhalten bleibe.
   Professor Koch dankte für die Glückwünsche und gab einige Erläuterungen zu den ausgestellten Landschaften. Die Osterbilder aus Sylt sind ebenso wie die Winterlandschaften nicht im Freien gemalt worden. Eingehende Gedanken- und sichere, gute Formenstützen dienen als Unterlage für die Ausführung im Atelier. Viele der ausgestellten Bilder sind auch auf Grund dieser [?] Studien ausgeführt worden. Mit dem Dank für das der Ausstellung entgegengebrachte Interesse schloß der Künstler seine Erläuterungen.

Og., "Der Kunstverein ehrt Max Koch", in: Potsdamer Tageszeitung, 19.10.1929, Zeitungsausriss in einer Privatsammlung, ohne Seitenangabe.

Todesanzeige vom 19. Februar 1930

Potsdamer Tageszeitung vom 19. Februar 1930

Sonntag, 16. August 2015

Biographie Max Koch in: Berliner Architekturwelt (1901)

   Der Schöpfer des grossen, in Glasmosaik ausgeführten Gemäldes in der deutschen kunstgewerblichen Abteilung in Paris, MAX KOCH, kann, obwohl er erst im 41. Lebensjahre steht, bereits auf eine weit ausgedehnte Thätigkeit auf dem Gebiete der dekorativen Malerei zurückblicken. In Berlin enthalten zahlreiche Bierpaläste, Kaffeehäuser, Theater und Festsäle in Privathäusern Werke seiner Hand, die ebensosehr für den Reichtum seiner Erfindungskraft und den leichten Schwung seiner Phantasie, wie für die gediegene Sorgfalt seiner Ausführung sprechen. Dabei ist er auf allen Gebieten der Malerei heimisch, wovon er in seinen Malereien für das Vereinshaus der Berliner Künstler besonders glänzende Proben abgelegt hat. Die Decke des Treppenhauses hat er mit sechs Darstellungen aus der nordischen Sage geschmückt, über der Bühne im Festsaal hat er den heiligen Georg im Kampfe mit dem Drachen dargestellt und an der Wand gegenüber den nordischen Sonnengott Baldur, der den Menschen mit dem Licht und der Wärme auch Dichtung und Kunst bringt. In der Erinnerung leben noch die imposanten Panoramen, die er für den Ausstellungspark gemalt und in denen er eine gründliche Kenntnis der antiken wie der modernen Architektur entfaltet hat: die alte Königsstadt Pergamon in ihrer ursprünglichen Pracht, der Brand von Rom unter Nero und die Einfahrt Kaiser Wilhelm II. in Konstantinopel. Ausserdem hat Koch an der Ausschmückung mehrerer Monumentalbauten Anteil gehabt: an der Buchhändlerbörse in Leipzig, wo er mehrere Deckenbilder ausgeführt hat, am dortigen Reichsgerichtsgebäude und am Reichstagsgebäude in Berlin, wo der Fries im Lesesaal von ihm herrührt. Endlich hat er im alten Rathause zu Lübeck das Treppenhaus und den Sitzungssaal mit einem Cyklus von Gemälden aus der Geschichte der Stadt vom 13. bis zum 15. Jahrhundert geschmückt, und für die Stadttheater in Halle a. S. und Bromberg hat er die Vorhänge gemalt.
   Max Koch ist ein Berliner Kind. Als zweiter Sohn des bekannten, noch jetzt in fast jugendlicher Frische thätigen Malers und Illustrators Karl Koch am 24. November 1859 geboren, hat er seine ersten Kunststudien bei einem Stubenmaler gemacht, bei dem er ein Jahr in der Lehre war, und sie dann in der Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums fortgesetzt, wo Ewald, J. Schaller und M. Meurer seine Lehrer waren. Seine Begabung für die dekorative Malerei wurde schon so frühzeitig offenbar, dass er bereits 1877 ein Staatsstipendium zu einem Studienaufenthalt in Italien erhielt und im nächsten Jahre in Frankfurt a. M. unter Thiersch an der Dekoration des neuen Opernhauses thätig sein konnte. Nachdem er seiner Militärpflicht genügt, ging er 1882 nach Paris, und als er 1883 seine dort gemachten Studien in Berlin ausstellte, erzielte er damit einen so grossen Erfolg, dass er als Nachfolger Meurers am Kunstgewerbemuseum angestellt wurde. Zwölf Jahre lang hat er diese Lehrthätigkeit geübt, ohne dass sein eigenes Schaffen darunter litt, und in dieser Zeit hat er zahlreiche Schüler für die dekorative Malerei herangebildet. Mit den erwähnten dekorativen Malereien ist der Umfang seiner Thätigkeit noch nicht erschöpft. Er hat in früheren Jahren auch lithographiert, radiert, Illustrationen gezeichnet und Vorlagen für den Buntdruck gemacht und sich gelegentlich auch in Entwürfen für Möbel und für Musikinstrumente bewährt.
   Das höchste Ziel seines künstlerischen Strebens ist aber stets die Darstellung des schönen nackten Menschen im dekorativ-architektonischen Sinne geblieben.
   Auf wie ernsthaften und gründlichen Vorarbeiten seine dekorativen Malereien beruhen, zeigt die Fülle seiner Einzelstudien, die sich wesentlich auch mit dem nackten menschlichen Körper in den schwierigsten Stellungen und Bewegungen beschäftigen. Aus ihnen haben wir einige ausgewählt, die zugleich eine Anschauung von der Vielseitigkeit seines auf alle Gebiete der Malerei erprobten Könnens gewähren.
Anonym, "Zu unseren Bildern - Malerei", in: Berliner Architekturwelt, 3. Jg., Heft 3, 1901, S. 82-87. 

Mittwoch, 29. Juli 2015

Biografie Max Koch nach Alfred Rossig (1903)

Max Koch. Von Dr. Alfred Rossig.
Mit 14 Abbildungen.
Der festliche, farbenfrohe Charakter der Dekorationsmalerei scheint sie zu einem Erbteil der Kunst südlicher Länder prädestiniert zu haben. So waren es unter den deutschen Künstlern vornehmlich die Wiener Maler mit Makart an der Spitze, die dieses Genre mit größtem Erfolg pflegten. Indes, wahres Talent überwindet die Schranken der Rasse und der klimatischen Bedingungen: auch die Norddeutschen haben berufene Dekorationsmaler hervorgebracht, und unter diesen ragt Professor Max Koch als ausübender Meister sowohl wie als Lehrer hervor. Es gibt wohl keins unter den neueren Monumentalgebäuden Berlin, an dessen innerer Dekoration Max Koch nicht mitgearbeitet hätte. Staats- und Gemeindebauten, Theater, Konzertsäle, selbst die großen Bierkeller der Hauptstadt verdanken ihm ihren Wandschmuck, auch in der Provinz ist er durch zahlreiche Arbeiten großen Stils vertreten. Er gilt heute als Autorität auf dem Gebiet der Wandmaltechniken und wird in allen Fragen dieser Art zu Rate gezogen und gehört. Als Leiter des Aktsaals am Kunstgewerblichen Museum zu Berlin übt er auf einen großen Teil der Künstlerjugend Norddeutschlands einen nicht zu unterschätzenden Einfluß aus. So scheint es wohl lohnend, den Werdegang und das Schaffen dieses Meisters einmal erschöpfender darzustellen, als dies bis jetzt geschehen. Max Koch ist im Jahr 1859 als Sohn des Malers Karl Koch in Berlin geboren. Nachdem er das Realgymnasium absolviert, erlernt er praktisch die Dekorationsmalerei und besucht nur kurze Zeit das Kunstgewerbemuseum, in dem Ewald, Schaller und Meurer seine Lehrer waren. Ein Stipendium, das ihm hierauf zuteil wurde, setzte ihn in den Stand, nach Italien zu gehen. Nach Deutschland zurückgekehrt, fand er sofort Gelegenheit, seine Kenntnisse praktisch zu betätigen: er nahm an der Ausmalung des Opernhauses in Frankfurt a. M. unter Fr. Thiersch teil. Doch hielt der junge Künstler damals seine Studien noch nicht für abgeschlossen. Er ging nach Paris, wo er eineinhalb Jahre in verschiedenen Ateliers, besonders aber unter Galland, arbeitete. Während seines Aufenthaltes in Frankreich machte er zahlreiche naturgroße Aufnahmen von Innendekorationen aus dem Louvre, den Schlössern von Versailles und Fontainebleau. Diese musterhaften Kopien, die Koch dann in Berlin ausstellte, machten seinen Namen als Dekorationsmaler bekannt. Als durch den Tod Meurers eine Lehrerstelle am Kunstgewerblichen Museum frei wurde, wurde er 1884 an diese Anstalt berufen. Um diese Zeit begann denn auch die selbständige künstlerische Wirksamkeit Max Kochs. Die Berliner Architekten hatten es bald erkannt, welche tüchtige Kraft mit Koch auf den Plan getreten war, und beschäftigten ihn in verschiedene Richtungen. Für die von Kayser, Großheim, Ende, Böckmann, Seeling in Berlin und anderwärts ausgeführten Bauten vollendete Koch gleich in den ersten Jahren seiner Tätigkeit eine Reihe von Dekorationsbildern. Insbesondere waren es die neu entstehenden Theater, die seine Kunst in Anspruch nahmen; er malte für die Plafond- und Wandbilder, sowie Vorhänge. So schmückte er die beiden Foyers bei Kroll (den sog. Römischen und Rittersaal) aus, sowie das Foyer des Neuen Theaters. In der Provinz malte er Theatervorhänge für die Stadttheater von Halle A. S. und Bromberg. Von öffentlichen Lokalen dekorierte er den Pschorr- und Dortmunder Bierkeller, ferner das Café Keck in Berlin, in Kiel den Ratskeller. Auch eine große Zahl von Festsälen verdankt ihm ihren Schmuck: so der Apollosaal im Konzerthaus in der Luckauerstraße, der Festsaal des Freiherrn von Krauskopf in Hohenbuchau bei Wiesbaden, der Festsaal des Herrn Hauswaldt in Magdeburg. Eine Spezialität, die Prof. Koch eine Zeitlang betrieb, waren die Panoramenbilder. Das erste entstand gelegentlich der Berliner Jubiläumsausstellung und stellte das antike Pergamon dar. Wir werden auf dieses Werk noch zurückkommen. Für das im Ausstellungspark errichtete Panoramagebäude malte Koch später noch den „Brand Roms unter Nero“, sowie „Konstantinopel beim Einzug Kaiser Wilhelms II“. Für das Passagenpanorama vollendete er ein phantasievolles Rundbild, das die Sintflut darstellte. Alle diese umfangreichen Arbeiten hinderten Koch nicht, sich seiner vornehmsten Aufgabe, der Ausschmückung monumentaler Staatsbauten, zu widmen. In rascher Folge entstanden die Wand- und Deckenbilder für mehrere Berliner Gemeindeschulen, für den Festsaal im Reichsgericht zu Leipzig, sowie für das Rathaus in Lübeck. Der Zyklus für Lübeck umfasst die Hauptmomente aus der Stadtgeschichte im 12., 13. und 14. Jahrhundert, Im Berliner Künstlerhaus wurde ihm die Ausmalung des Treppenhauses und des Festsaals anvertraut. Auch im Kaiserlichen Schloß zu Berlin ist Koch durch zwei dekorative Deckenbilder vertreten. Im Reichstagsgebäude vollendete er den schönen Fries im Lesesaal. In den letzten Jahren hat Prof. Koch auch mehrere Entwürfe für Mosaikdekorationen ausgeführt. Von ihm rührt das Mosaikbild in der Kunstgewerblichen Deutschen Abteilung der Pariser Weltausstellung (1900) her, für das er eine goldene Medaille erhielt. Unlängst erst, gelegentlich der Jubiläumsausstellung des Berliner Kunstgewerbevereins, hatten wir Gelegenheit, im Gebäude der alten Akademie eine dekorative Mosaikwand Kochs zu bewundern. Damit ist das Schaffensgebiet Kochs nicht abgeschlossen. Er findet noch Muße, Feld und Wald zu durchwandern, auf den Seen der Mark herumzusegeln und große Landschaftsbilder zu malen, so das dekorative Bild, für das er 1892 in Berlin die goldene Medaille davongetragen. Mit Vorliebe arbeitet er an lebensgroßen Akt- und Kostümstudien, die er dann oft in seinen Wandbildern verwendet. Auch rein ornamentale Arbeiten ziehen ihn an. Daneben bemalt er Konzertflügel, die Pianofabriken für regierende Fürsten ausführen, entwirft Adressen, Plakate, Diplome, Fächer, ja, er pfuscht den Architekten und Bildhauern ins Handwerk. Das Grabmal des verstorbenen Geh. Rats Bechstein ist sein Werk; eine anmutige, flott modellierte Amphoraträgerin schmückt sein Atelier im Kunstgewerbemuseum. Laien mögen wohl angesichts einer derartigen Vielseitigkeit bedenklich den Kopf schütteln und die Frage aufwerfen, wie Professor Koch scheinbar so weit auseinanderliegende Dinge zuwege bringt. Der Künstler aber und der Kunstkenner, der in Kochs Arbeitsweise vorgedrungen ist, begreift es, daß gerade für den Beruf eines Dekorationsmalers eine solche Schaffensmethode äußerst förderlich ist. Wer Wände von Monumentalbauten zu bemalen hat, der kann sich nicht auf ein Spezialgebiet beschränken, wie der Porträtist, der Landschaftsmaler oder der Genremaler. Er muß mit den Geheimnissen und Wirkungen der großen Natur vertraut sein, gleichzeitig aber die Architektur und ihre Perspektive beherrschen, nackte und bekleidete menschliche Figuren lebendig und natürlich hinstellen können und bei alledem noch ein Meister der Ornamentik sein. Was immer Koch daher treiben mag, stets strebt er dem idealen Ziel seiner Kunst, dem vollendeten Dekorationsbild zu. Wenn er mit seinem Skizzenbuch griechische Landschaften durchstreift und die auf ihn einstürmenden Eindrücke in Oel- und Wasserfarben festhält, so findet er dann in seinem Pergamonpanorama und in manchem Wandgemälde Gelegenheit, diesen Erinnerungsschatz zu verwerten. Es ist auch keine verlorene Zeit, wenn er seinen Pinsel weglegt und als gelehrter Botaniker nach Kräutern auf die Suche geht, die er dann lege artis presst und trocknet: so schöpft er aus der Natur die reizendsten und originellsten Motive für seine ornamentalen Entwürfe. Fragen wir nach dem Stil der Werke, für die Professor Koch sich in so umfassender Weise vorbereitet, so fällt uns vor allem ein bezeichnendes Merkmal auf: ihre Modernität. Kochs Künstlerschaft hat sich in der Epoche der Freilichtmalerei entwickelt, demgemäß ist er bestrebt, alles, was er darstellt, mit Luft zu umhüllen und mit Sonnenlicht zu übergießen. Dies gibt seinen historischen Kompositionen sowohl wie seinen Phantasiebildern einen Charakter, der sie auf den ersten Blick von den Werken älterer Meister unterscheiden lässt. Man bemerke nur, wie weich und natürlich der landschaftliche Hintergrund des Pergamonpanoramas in der Atmosphäre verfließt, wie zart die Stadtarchitektur im Lübecker Rathausbild hinter der Luftschicht angedeutet ist! Durchaus modern ist bei Koch auch die Behandlung der menschlichen Figuren und der Akzessorien. Nichts liegt ihm ferner, als die theatralische Steifheit, die durch so viele Jahrhunderte für dekorative Wandgemälde obligat erschein. Seine Personen, ob sie nun der antiken, der mittelalterlichen oder der modernen Zeit entlehnt sind, gruppieren und bewegen sich mit packender Lebenswahrheit; und eine Fülle passend gewählter Gebrauchsgegenstände vervollständigt in inniger Weise das Bild der Epoche. Darum verfällt aber Koch noch keineswegs dem platten Realismus, den die impressionistische Malerei so begünstigt, und der sich mit der Dekorationsmalerei nie und nimmer vereinigen lässt. Wo der Gegenstand es gestattet, lässt Koch seiner Phantasie freien Lauf; wie poetisch und graziös er derartige Stoffe zu gestalten weiß, davon zeugt sein Theatervorhang „Oberon und Titania“ in Halle und die hier abgebildeten zwei Märchendarstellungen „König Olaf“ und „Der Fischer“, die er für das Treppenhaus der Deutschen Abteilung in der letzten Pariser Weltausstellung gemalt. Auch die allerletzte Zeit hat Professor Koch reichlich Gelegenheit geboten, seine Kunst in großem Stil zu betätigen. Die Werke, die vor kurzem aus seinem Atelier hervorgegangen sind, und jene, an denen er gegenwärtig arbeitet, sind fast ausnahmslos für große Berliner Monumentalbauten bestimmt. Bei der Ausschmückung des neuen Abgeordnetenhauses fiel Koch die bedeutsame Aufgabe zu, die drei großen Städte des Landes, Berlin, Magdeburg und Königsberg, in charakteristischen Ansichten darzustellen. Diese Städtebilder als solche fanden uneingeschränkte Anerkennung: das alte Schloß Berlins mit dem Dom und der von der Burgstraße aus gesehenen Brücke gefiel ebenso wie der Magdeburger Dom und das Krönungsschloß von Königsberg. Der figurale Vorderteil dieser Kompositionen jedoch, der die Bedeutung der dargestellten Städte versinnlichen sollte, musste geändert werden. Nicht als ob künstlerische Bedenken sich geltend gemacht hätten: es waren Rücksichten innerpolitischer Art, die der Ausführung der ursprünglichen Idee Kochs entgegentraten. Koch wollte Berlin als geistigen Mittelpunkt des Landes, Magdeburg als Zentrum des Binnenhandels, Königsberg endlich als Repräsentantin der Fischerei und Pferdezucht darstellen. Der Geist der Dezentralisation machte diesen Plan zu nichte: jede der kleineren Städte fühlte sich als geistiger Mittelpunkt Preußens. So blieb nichts anderes übrig, als den symbolisierenden, figuralen Vorderteil auf ein paar unbedeutende Figuren zu reduzieren. Unsere Abbildung gibt jedoch dem Leser Gelegenheit, den ursprünglichen Entwurf Kochs kennen zu lernen. Auch an der künstlerischen Ausstattung des Herrenhauses ist Max Koch hervorragend beteiligt. Aehnlich wie im Reichsratsgebäude, so wurde ihm hier die Ausführung eines Frieses übertragen. Professor Koch wählte für ihn Jagdszenen: wir sehen das Ausweiden einer Sau, eine Hirschjagd, eine Bärenjagd, eine Fischfangszene und eine Elchjagd. Nach Kochs Entwürfen sollen Gobelins gewirkt werden, die zur Ausschmückung der Präsidentenwohnung im Herrenhaus bestimmt sind. Im Auftrag der Stadt Magdeburg arbeitet Professor Koch gegenwärtig an einem kleineren, dekorativen Werk, das in drei Feldern die Hauptansichten Magdeburgs vereinen soll. Das Bild ist noch nicht vollendet: aber schon heute kann man aus den Entwürfen ersehen, daß der Künstler in sehr glücklicher Weise den landschaftlichen Hintergrund Magdeburgs mit den architektonischen Perspektiven verbunden hat. Viel zu lachen gibt dem beschäftigten Meister die Umarbeitung des großen Mosaikbildes aus dem Pariser Weltausstellungsgebäude. Es war vorauszusehen, daß das in unzerstörbarem Material sozusagen für die Ewigkeit gearbeitete Werk nicht bloß als Ausstellungsdekoration figurieren würde. In der Tat ist es nach Schluß der Ausstellung vom Dortmunder Museum angekauft worden. In diesem Fall war es nun der Künstler selbst, der eine Aenderung des Bildes vorschlug. Auch hier waren nämlich Kunst und Politik aneinander geraten. Koch hatte in seiner Komposition die Entwicklung des deutschen Kunstgewerbes und der deutschen Industrie unter dem Schutz des „Deutschen Michels“ darzustellen. Er hatte sich ursprünglich den Beschützer der Nation als kräftigen Jüngling in Ritterrüstung mit dem Schwert in der Hand gedacht. Der Ausstellungskommissar fand eine solche Auffassung bedenklich: die Franzosen hätten in dieser siegreichen, kriegerischen Figur eine Anspielung auf ihre Niederlage erblicken und empfindlich werden können. So mußte also der Kriegs- in einen Friedensengel, der Ritter in einen Hirten umgewandelt werden, der statt des Schwertes einen Palmzweig schwang. Hierdurch erhielt die ganze Komposition nach der Empfindung des Künstlers etwas Weichliches, was insbesondere dem monumentalen Charakter einer Mosaik widersprach. Das Dortmunder Museum teilte seine Auffassung, und so kam Koch jetzt in die Lage, seinen Deutschen Michel im Sinn der ursprünglichen Konzeption umzugestalten
In: Vom Fels zum Meer – Wochenausgabe, 22. Jg., Nr. 25, 13. Februar 1903, S. 848-855. 

Biografie Max Koch nach Friedrich Jansa (1912)

Koch, Max Fr. (Maler, Professor am Kunstgewerbemuseum, Berlin-Schöneberg, Hauptstr. 85), geb. 24. XI. 1859 in Berlin als Sohn des Malers und Illustrators Karl K., lernte zuerst Stubenmaler und studierte dann am Kunstgewerbemuseum Berlin (Ewald, Schaller, Meurer). Als Staatsstipendiat unternahm er 1876 eine Studienreise nach Italien. Nach Rückkehr war er bei der Ausmalung des Opernhauses Frankfurt a. M. tätig, um dann seine Studien 1881/82 in Paris (Galland) nochmals aufzunehmen. 1882 wurde er als Lehrer an der Kunstschule Berlin und später am Kunstgewerbemuseum als Nachfolger von Meurer angestellt und ist in diesem Amte noch heute tätig. 1888 wurde er zum Professor ernannt. Seit 1889 ist er verheiratet. Er ist Inhaber des Roten Adlerordens IV. Klasse und erhielt die kleine Goldene Medaille auf der Berliner Kunstausstellung, die große Goldene Medaille in Paris 1900 und in St. Louis. Er ist als Maler märkischer Landschaften, speziell der Berliner Umgebung bekannt. Von seiner Hand stammen die großen Panoramen Pergamon, Brand Roms und Nero, Konstantinopel und Sündflutpanorama im Landesausstellungspark Berlin, zahlreiche Decken- und Wandgemälde in Theatern, Fest- und Sitzungssälen, in Warenhäusern usw. zu Berlin, Halle, Leipzig, Lübeck, Bromberg usw. Die Prachtwerke „Urväterhort“ (Oldenburg-Berlin) und „Walhall“ (Neufeld & Henius-Berlin) sind ebenfalls von ihm herausgegeben.
In: Friedrich Jansa, Deutsche Bildende Künstler in Wort und Bild, Leipzig, Verlag von Friedrich Jansa, 1912, S. 334 und 336.

Biografie Max Koch nach Thieme-Becker (1927)

Koch, Max Friedrich, Maler und Kunstgewerbler in Potsdam, geb. 24. 11. 1859 in Berlin, Sohn des Carl, Bruder des Georg. Gelernter Dekorateur, wurde er 1875 Schüler der Unterrichtsanstalt am Berliner Kunstgewerbemuseum (bei Ernst Ewald, Ernst Schaller und Moritz Meurer) und unternahm 1876 als Staatsstipendiat eine Reise nach Italien. Nach Rückkehr (1877) und Abschluss seiner Studien am Kunstgewerbe-Museum war Koch 1879/80 unter Friedrich von Thiersch mit der dekorativen Ausmalung des Opernhauses in Frankfurt a. M. beschäftigt. 1881/82 weilte er in Paris, wo er an der Académie Julian und unter dem Einfluss von Pierre-Victor Galland arbeitete und nebenbei malerische Aufnahmen einiger erlesener kunstgewerblicher Schmuckstücke aus dem Louvre, dem Musée de Cluny und der Galerie in Fontainebleau fertigte; seine Reiseskizzen stellte er 1882 nach seiner Rückkehr nach Berlin im dortigen Kunstgewerbemuseum aus. 1883 wurde Koch ebenda zum Lehrer an den vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, als Nachfolger seines Lehrers Meurer) ernannt, welchen Posten er bis 1924 innehatte. 1885/86 unternahm er gemeinsam mit dem Maler Alexander Kips eine Studienreise nach Griechenland und dem Orient und stellte den künstlerischen Ertrag dieser Fahrt, Architektur- und Landschaftsskizzen in Aquarell und Öl, 1886 im Berliner Kunstgewerbe-Museum aus; die gewonnenen Eindrücke verarbeitete er in dem in gemeinsamer Arbeit mit Kips für das Innere des rekonstruierten Zeustempels von Olympia auf der Berliner Jubiläums-Ausstellung von 1886 gemalten Panorama von Pergamon, das sensationellen Erfolg hatte und 1888 durch ein zweites Panorama, Halbrundbild mit Ansicht des Brandes Roms im Jahre 64, ersetzt wurde, dessen Ausführung Kochs Bruder Georg übernommen hatte. 1891 trat an die Stelle dieses Bildes wieder ein neues Halbpanorama mit Darstellung der Einfahrt Kaiser Wilhelms II. in den Bosporus; Ausführung von Koch gemeinsam mit seinem Vater Carl, seinem Bruder Georg und dem Marinemaler Hans Bohrdt. Kochs Ruf als gewandter Dekorateur verschaffte ihm in den 80er und 90er Jahren eine große Zahl von Aufträgen auf Monumentalmalereien für Fest- und Sitzungssäle, Restaurationsräume, Kasinos, Theater, Warenhäuser usw.; genannt seien die Decken- und Wandgemälde im Sitzungssaal und in der Präsidentenwohnung des preußischen Herrenhauses, in den Sitzungssälen des preußischen Abgeordnetenhauses und der Akademie der Wissenschaften, im Lesesaal des Reichstagsgebäudes, im Treppenhause und großen Festsaal des 1897/98 errichteten Künstlerhauses, in den Warenhäusern Wertheim und Tietz (sämtlich in Berlin), in der Buchhändlerbörse (1888) und im Reichsgericht in Leipzig, im Lübecker Rathaus, im Stadttheater zu Halle a. S. und im Kreishaus zu Meldorf (Entwurf dazu in der Handzeichnung-Sammlung der Berliner National-Galerie), in den Pschorr-Bierpalästen in Berlin und Köln; ferner 1887 ein monumentales Diorama mit Ansicht von Tokio für die Japanische Regierung, 1886 der Vorhang des Stadttheaters in Halle und 1892 der des Theaters am Berliner Schiffbauerdamm, 1888/89 ein Halbrundbild: Die Sintflut, gemeinsam mit dem Maler Carl Saltzmann und dem Bildhauer Karl Albert Bergmeier. Koch malt gelegentlich und namentlich in der letzten Zeit auch Staffeleibilder, Architekturansichten und Landschaften, deren Motive er in der seenreichen Umgebung Potsdams findet, ferner Blumenstilleben und Porträts (Hindenburg). Von seiner Tätigkeit auf den Gebieten der Kleinkunst, des Kunstgewerbes und der Graphik seien die Dekorationen für Musikinstrumente der Firma Bechstein, Berlin, und das Erinnerungsblatt von 1886 des Vereins Berliner Künstler hervorgehoben. Publizierte auch die mit Mehrfarbendrucken ausgestatteten Prachtwerke „Urväterhort" (1903, Verlag Oldenbourg, München) und ,,Walhalla" (Verlag Neufeld & Henius, Berlin), ferner das Album "Freilicht, 50 Blatt Modellstudien in freier Natur aufgenommen" (Lichtdrucktafeln nach Photos), Leipzig 1897 ff. Mitglied des Bundes Deutscher Dekorationsmaler, des Vereins Berliner Künstler und der Freien Vereinigung Berliner Architekten.
Vgl.: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 21, E. A. Seemann, Leipzig 1927, S. 90f.