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Dienstag, 4. April 2023

Erste Grosse Berliner Ulk-Kunst-Ausstellung

Katalog der Ersten Grossen Berliner Ulk-Kunst-Ausstellung, Sonnabend den 17. Februar 1900. Herausgegeben von Dr. Criticastro (Hans Bohrdt), S.16:

No. 20. Der denkende Mensch in seiner Beziehung zu dem gespiessten Bandwurm. 

No. 21. Der Ausdruck der bewussten Harmonie zwischen Sellerie und Zwiebel. 

No. 22. Die schmerzende Linie. 

Drei Werke von hoher symbolischer Bedeutung. Mehr Verschwimmen würde diese uns allerdings deutlicher zeigen.

Leider sind diese drei hoch bedeutende Arbeiten von Max Koch nicht überliefert und auch nicht fotografisch dokumentiert.

Der digitalisierte Katalog ist HIER zu finden.

Die Erste Grosse Berliner Ulk-Kunst-Ausstellung fand im Berliner Künstlerhaus als Beiprogramm zu einem Wohltätigkeits-Ballfest vom Verein Berliner Künstler zugunsten hilfsbedürftiger Mitglieder und deren Hinterbliebenen statt. Hierzu ein Bericht in der Berliner Börsen-Zeitung, Morgen-Ausgabe vom 18.02.1900, 1. Beilage.

Mittwoch, 25. März 2020

Vom Ballfest des Künstlervereins.

  Carl Koch, Das Winterfest des Vereins Berliner Künstler, Holzstich nach einer Originalzeichnung
  von ihm selbst. Doppelseitig in: Illustrirte Zeitung, 84. Bd., Nr. 2179, 4. April 1885, S. 326-327.

R. S.: Vom Ballfest des Künstlervereins.
   Als ich heute zu einer Morgenstunde, welche mich als andauernden Ballvater beglaubigte, von Kroll heimzog, im stillen Frieden des Thiergartens die ausgetrommelten Nerven beschwichtigte, vom winterlichen Nordost die heiße Stirne kühlen und im Halbdunkel die vom elektrischen Glühlicht gereizten Augen eine wohlverdiente Ruhe genießen ließ, da erwog ich im sinnenden Gemüth, welche charakteristischen Merkmale ich in dem Beobachtungsprotokoll über das Ballgestirn zu verzeichnen habe, das unter dem Namen Künstlerfest seine Bahn durchmessend, am nächtlichen Horizont zwischen gestern und heute wieder nach Jahresfrist aufgegangen war. Welches Verhältniß bestand zwischen der Formerscheinung der voraus gegangenen Künstlerfeste und des jüngsten? Es will mich bedünken, das Gestirn habe noch nie so klar und leuchtend gefunkelt, als von feinem Aufgange bis zum Verschwinden das gestrige; es leuchtete so silberhell, wie der klare Vollmond am blauen Himmel, und diesem Glanz gegenüber erschienen mir die früheren Erscheinungen nur, wie der Viertel- oder Halbmond, wobei ich bemerke, daß ich den mit Ausschluß der Weiblichkeit stattgefundenen, obwohl mitunter recht heiteren Künstlerfesten bei diesem Bilde beim besten Willen nicht mehr als die Sichel des Viertelmondes zubilligen kann. Alle günstigen Bedingungen schienen vereinigt zu fein, um jede Trübung des Glanzes zu verhindern. Zu der ersten Gunst gehörte das prächtige, farbenprunkende, neue Festgewand der Innenräume des Krollschen Etablissements. Welches Wunderwerk der Metamorphose hatten hier binnen wenigen Tagen emsig schaffende Malerhände und Dekorateurkünste gethan! Wandverzierungen im pompejanischen Stil, farbenvolle Darstellungen von antiken Bauwerken und eine üppige Dekoration von exotischen Pflanzen hatten den Eingangssaal zu einem heiteren Palastraum umgewandelt; der Rittersaal glich mit seinen prachtvollen Tapetenmalereien, plastischen Kolossalgruppen, mit den aus Rüstungen, Waffen und Trophäen bestehenden Dekorations-Aufbauten und den genialen Fries-Darstellungen einer mittelalterlichen Prunkhalle. Die herrlichen Jagdgruppen von Mühlenbruch und die burschikosen Zecherstudien von Max Koch verdienen wirklich eine künstlerische Würdigung, nicht minder die prächtigen Kolossalskulpturen eines hoch zu Rosse die Lanze einlegenden Ritters und die am Felsen angeschmiedete und vom Drachenungethüm bewachte Andromeda, welche die Nischen zierten. Mit seinem imposanten, von herrlichen Frauengestalten geschmückten Estradealtan und der glänzenden Damen- und Herrengesellschaft in dem Parquetraum, mit dem blendenden elektrischen Lichtglanz, sowie der prachtvollen Pflanzendekoration gewährte der mächtige Königssaal einen wahrhaft sinnberückenden Eindruck.
   Ja, diese Festgesellschaft! Soll ich wirklich mich aufs Neue an dem doch stets gleich aussichtslosen Versuch abmühen, durch Wortschilderungen den Reiz der vielfältigsten Frauenindividualitäten mit den in echt künstlerischem Geschmack komponirten Toiletten und die Charaktererscheinung einer distinguirten hauptstädtischen Gesellschaft zu Bewußtsein und Anschauung zu tragen? Wahrlich, kein Wort darüber! (...) [Alles Weitere nur darüber.]
Beginn des Berichtes in: Berliner Tageblatt, 14. Jg., Nr. 128, 11. März 1885, Abend-Ausgabe, S. 1.

Samstag, 18. August 2018

Ruhe auf der Flucht nach Ägypten


Ruhe auf der Flucht nach Ägypten, Öl auf Leinwand, 65 × 80 cm, rechts unten signiert "M. Koch", nicht bez., o. J. (um 1900), Privatbesitz Potsdam.
Das Bild wurde am 29. April 2018 bei eBay von Kolb Antiquitäten, Neu-Ulm, unter dem Titel "Hl. Familie" versteigert. Die Hl. Familie ist zwar dargestellt, aber der Esel, die Abendstimmung in freier Natur sowie die fürsorgliche Geste von Joseph zeigen eindeutig, dass hier die Flucht nach Ägypten gemeint ist, ein Motiv, für das es zahlreiche kunsthistorische Vorbilder gibt. Religiöse Motive sind für Max Koch ungewöhnlich. Es könnte jedoch sein, dass das Bild für einen Wohltätigkeitsbasar gefertigt und gestiftet wurde, den der Verein Berliner Künster immer um die Weihnachtszeit im Künstlerhaus veranstaltet. Als Künstler-Unterstützungsverein kamen die Erlöse bedürftigen Mitgliedern zugute.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Dank des Vereins Berliner Künstler

Erinnerungsblatt,1886.
Sammlung Deutsches Historisches Museum, Inv.-Nr.: Do 86/196. Weitere Angaben siehe dort.

Zu diesem Erinnerungsblatt erschien ein kurzer Artikel in der Kunstchronik:
    "Der Verein Berliner Künstler hat allen denen, die das aus Anlaß der Jubiläumsausstellung im vergangenen Sommer veranstaltete griechische Fest durch Rat und That unterstützten, in diesen Tagen, als Ausdruck seines Dankes, ein von dem Festkomitee unterzeichnetes diplomatisches Erinnerungsblatt zugehen lassen, dessen meisterliche Zeichnung von dem Maler Max Koch herrührt. Sie umrahmt den mit roten Initialen gedruckten, den Dank des Vereins aussprechenden Text, der die rechte mittlere Hälfte des ansehnlichen Blattes einnimmt. Über Palmen und Waffentrophäen ragt oben die lichtumstrahlte Büste der Minerva auf, wie sie die Bekrönung des Vereinswappens bildet. Beflügelte Putten umschweben sie und klimmen auf schlanken Pflanzenstauden zu ihr empor, als Preis des Sieges Kranz, Palme und Lorbeerzweig darbietend. Unten aber stößt ein gerüsteter griechischer Krieger in die mit beiden Händen erhobene Tuba, und zu seinen Füßen schwingt sich in den Rauchwolken zweier gekreuzter Opferfackeln über dem Künstlerwappen und dem Wappen der Stadt Berlin der preußische Adler empor. In ihren Beziehungen sofort verständlich, in frisch bewegter, kraftvoller Komposition mit der Feder leicht und sicher ausgeführt, ist die Zeichnung ein in seiner Art so vorzüglich gelungenes Blatt, daß es auch über die Kreise der Empfänger hinaus als künstlerische Leistung interessiren und lebhaften Beifall finden wird."
Fd. unter „Vermischte Nachrichten“ in: Kunstchronik, 22.Jg., Nr. 14, 13. Januar 1887, Spalte 236.

Der Text auf dem Erinnerungsblatt lautet: "Der Verein Berliner Künstler spricht den Herrn E. und P. March in Charlottenburg seinen aufrichtigen Dank für die opferwillige Betheiligung und Unterstützung des von demselben veranstalteten griechischen Festes im Ausstellungspark aus. Möge dieses Blatt eine Erinnerung an die gemeinsam verlebten Stunden der Arbeit und Freude sein. Das Festcomité: [Unterschriften von: Joseph  Kaffsack, Max Koch, Carl Röchling, R. Neumann, Gottlob Theuerkauf]"

Samstag, 15. Oktober 2016

Das Winterfest des berliner Künstlervereins - 1885

(...) Als Lokal dienten wie für das unvergeßliche vorjährige Fest die Räume des Kroll´schen Etablissements. Sie waren von einer dazu verbundenen Gesellschaft von Vereinsmitgliedern bedeutend einfacher, aber mit feinem Sinn und Geschmack für decorative Schönheit und Wirkung ausgeschmückt worden. Der erste, der „römische Saal“, war in den Farben und theils mit Arabesken pompejanischen Stils, theils mit italienischen classischen Landschaften oben in den Feldern des Wandfrieses bemalt. Größere derartige Landschaftsgemälde nahmen die Hintergrundswand der beiden Nischen ein. In einem Haine von Lorbergebüschen und Palmen vor der Fensterwand standen antike Statuen und Opferbecken auf Dreifüßen. Im Königssaal war vor den Fenstern eine reich und effectvoll mit Draperien, kolossalen Vasen, einem üppigem Flor von Bäumen und Blattpflanzen und mit kupferbronzenen Statuen am Fuße der beiden Stiegen geschmückte hohe Empore, der Zuschauersitz für die zum Feste eingeladenen Vertreter der höchsten Staatsbehörden, den Senat und die Professoren der Akademie und andere Ehrengäste, errichtet. – Der Rittersaal war durch die plastische Gruppe der vom Drachen bedrohten Jungfrau in der einen Ecknische, durch die Statue des zur Errettung mit eingelegter Lanze heransprengenden Ritters in der anderen (von R. Geiger modellirt), durch Bemalung der Wandpilaster mit Laub- und Fichtenzweigfestons, der Friesfläche hier mit einem mittelalterlichen Kneipgelage im Freien (von M. Koch), dort mit den Scenen einer wilden Parforcejagd im 16. Jahrhundert (von Mühlenbruch) und durch zahlreiche vor den Fensterpfeilern und Wandpilastern aufgestellte Trophäen von Rüstungen, Waffen, Musikinstrumente decorirt. (...)
L. P.: "Das Winterfest des berliner Künstlervereins.", in: Illustrirte Zeitung, 84. Bd., Nr. 2179, 4. April 1885, S. 328.
Auf den Seiten 326-327 zur Illustration Zeichnungen von Carl Koch, dem Vater von Max Koch.