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Dienstag, 9. November 2021

Karton zum Mosaik "Handarbeit" für den Teppichsaal im Warenhaus Tietz am Alexanderplatz

Karton für das Mosaik "Handarbeit" im Teppichsaal des Warenhauses Tietz in Berlin am Alexanderplatz, das 1908 von der Firma Puhl & Wagner ausgeführt wurde. Der originale Karton ist erhalten und befindet sich im der Sammlung der Berlinischen Galerie. 330 × 162 cm, Deckfarbe und Goldbronze auf Karton. Die Abbildung ist aus: Wände aus farbigem Glas. Das Archiv der Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff, Berlinische Galerie e.V., Museumspädagogischer Dienst (Hrsg.), Berlin 1989, S. 194. Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung die vom 8. Dezember 1989 bis zum 21. Januar 1990 im Martin-Gropius-Bau, Berlin, stattfand. Katalog-Nr. 35, S. 210.

Samstag, 6. November 2021

Deckengemälde und zwei Mosaiken im Teppichsaal im Warenhaus Hermann Tietz am Alexanderplatz

Von dem Deckengemälde und den Mosaiken im Teppichsaal des Warenhaus Hermann Tietz sind Abbildungen bisher nicht bekannt. Hier zumindest ein Foto, das die Ausstattung des Teppichsaals zeigt. Dem nachfolgenden Zeitungsartikel zufolge wurden die Mosaiken, die die Maschinen- und Handarbeit zeigten, nach Kartons von Max Koch gefertigt:  

   "Das Warenhaus Hermann Tietz am Alexanderplatz hat an der Alexanderstraße eine Verlängerung und Erweiterung erfahren, die im Sinne der Notwendigkeit und der Verschönerung gleich anerkennend zu begrüßen ist. Die Königlichen Bauräte Cremer und Wolffenstein haben diese Vergrößerung vorgenommen, die sich zunächst in einer Frontlänge von 125 Meter in jener geschmackvollen, jede Ueberladung vermeidenden Form, wie sie die Hauptfront nach dem Alexanderplatz zeigt, mit drei Eingangsbögen und zahlreichen Schaufenstern in der Alexanderstraße hinzieht. Oberhalb der Riesenpfeiler des Mittelbaues grüßt den Eintretenden figuraler Schmuck, die vier Jahreszeiten darstellend. Ein durchbrochener Kupferaufsatz mit einer mächtigen Uhr bekrönt den Mittelbau. Die Ausstattung der neuentstandenen Verkaufsräume ist ohne aufdringliche Eleganz in gediegenstem Material ausgeführt und künstlerisch gestaltet. Mit Eiche verkleidete Säulen tragen den Plafond im ersten Stockwerk, der eine Neuheit aufweist: die Decken sind mit einem besonderen Glanzlack emailleartig gestrichen, die dem Tageslicht wie dem Schein zahlreicher Kristallkronen als Reflektor dienen, so daß eine strahlende Belichtung in allen Räumen erzielt ist. Das Kleiderstoff, und das Seidenstofflager ist im Parterre in einem in hell Eichen gehaltenen Lichtsaal untergebracht. Vom Parterre führen sechs Fahrstühle nach oben, wo sich in der ersten Etage die Lager für Damen- und Kinderkonfektion und Putz, in der zweiten der Erfrischungsraum mit breitem Büfett befinden. An den Erfrischungsraum stößt die große, mit weißen Kacheln ausgelegte Küche mit ihren elektrischen Maschinen, die fast jede Handarbeit ersparen und für weitgehende Reinlichkeit Garantie leisten. Im dritten Stockwerk ist die Wirtschafts-, Glas-, Porzellan- und Spielwarenabteilung, im vierten endlich sind die Expeditions- und Bureauräume. Der Glanzpunkt des Neubaues befindet sich im zweiten Stock: ein gewaltiger, vornehm ausgestatteter Teppichsaal. Er durchragt drei Stockwerke, ist in hellbraun Nußbaum gehalten und trägt gediegene Schnitzerei und Bildhauerarbeit. Von seiner Decke grüßt in Medaillonform ein Kolossalgemälde von Prof. Max Koch: Merkur empfängt Völker aller Erdteile, die ihre Waren der Berolina darbieten. Eine Galerie, in Bronze getrieben und mit Holzschnitzereien versehen, umschließt den imposanten Raum, dem noch zwei Mosaikwandgemälde, ebenfalls nach Kartons von Prof. Koch, zu besonderem Schmuck gereichen. Die oberen Wände tragen Spiegel, aus denen das Licht der Wandleuchter in Kerzenform und der zehn Kristallkronen auf die prächtigen Teppiche niederstrahlt. Von der Straßenseite dringt durch fünf, mit irisierenden Scheiben versehene Riesenfenster das Tageslicht. Von sonstigen Neueinrichtungen im Warenhause Hermann Tietz sei auf die neuartigen Terrassen zur Aufstellung der Wirtschaftsartikel und die mit Glaswänden versehenen Regale für Putz hingewiesen, die dem Tageslicht überall ungehinderten Einlaß in die Verkaufslokalitäten gewähren. In der Putzabteilung sind ferner intime Räume im Rokokostil zur Anprobe geschaffen. Im Souterrain auf der Königsgrabenseite ist die Kraftanlage bedeutend vergrößert worden. Sechs Motore mit je 200 HP. versorgen das Riesenhaus mit Licht, ebenso sind Maschinen für Wasser, Luftzufuhr und Heizung tätig. Ueberall im Tietzschen Warenhause macht sich ein wohltuender Blumenreichtum zwischen den aufgestellten Waren bemerkbar, gewiß eine der größten Annehmlichkeiten für das durch die Säle flutende, betrachtende und kaufende Publikum.

Anonym: „Aus Berlin, Mittwoch 15. April.“, in: Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 47. Jg., Nr. 91, 16.04.1908, S.2.

Montag, 1. Juni 2020

Aufbruch zur Jagd - Abbildung im Katalog GBK 1911

Abb. 112 im Katalog der Grossen Berliner Kunstausstellung von 1911 zur Kat.-Nr. 12. Ausgestellt waren damals vermutlich die Kartons zu den Mosaiken und nicht die Mosaiken selbst, obwohl auch das möglich gewesen wäre. Das Mosaik "Aufbruch zur Jagd" ist, wenn auch verändert, erhalten geblieben (siehe hier). In der erhaltenen Mosaikfassung schaut das schwarze Pferd allerdings ängstlich und auch etwas dümmlich nach vorne. Im Vergleich zu dieser Abbildung wird klar, dass an dieser Stelle eine fehlerhafte Restaurierung stattgefunden hat. Im Original ist das Maul geöffnet, die Nüstern gebläht und das Zaumzeug verläuft diagonal zur Stirn. Möglicherweise ist diese Veränderung noch während der Anbringung des Mosaiks auf der Hohenzollerndammbrücke vorgenommen worden. Offenbar wurden Steine der Rahmung ausgetauscht. Dabei könnte das Mosaik beschädigt worden sein.

Freitag, 3. Februar 2017

Puhl & Wagner - Fassade vor dem Neuen Theater


Abbildung aus: Deutsche Glasmosaik-Gesellschaft Phul & Wagner, Rixdorf, Berlin, Wasmuth, o. J. [1897], Tafel 18.
Mappe des Unternehmens mit Fotografien von ausgeführten Arbeiten auf Tafeln und einem Vorwort. Die Beschreibung zur Tafel 18 lautet: "Fassade vor dem Neuen Theater, Berlin, Schiffbauerdamm. Nische mit allegorischer Darstellung der Muse der Kunst. Groesse des Feldes 12½ qm." (S. 11). Auf der Tafel selbst die Angaben: "Archit.: Ch. H. Seeling, Berlin / Carton: Prof. Max Koch, Berlin"

Dienstag, 13. September 2016

Mosaikdecoration für die deutsche Abtheilung der Kunstgewerbe-Halle der pariser Weltausstellung


In der Illustrirten Zeitung vom 31. Mai 1900, Nr. 2970, S. 805, erschien ein Artikel von "Fd.", der hier vollständig wiedergegeben ist, mit den drei gezeigten Illustrationen, auf die im Text eingegangen wird:

Mosaikdecoration für die deutsche Abtheilung der Kunstgewerbe-Halle der pariser Weltausstellung. Entworfen von Max Koch, ausgeführt von Puhl u. Wagner.
   Längst schon war die Beschickung der pariser Weltausstellung durch das deutsche Kunsthandwerk sorgsam vorbereitet und geordnet, als man fast in letzter Stunde noch der ihm zugewiesenen Abtheilung der Kunstgewerbe-Halle eine ins Auge fallende künstlerische Decoration durch ein mächtiges Bild in Glasmosaik zu geben beschloß, das nun seinen Platz an der Hauptwand des Raumes gefunden hat und in allegorischer Darstellung das Aufblühen des heimischen Kunstfleißes unter dem Schutz des Friedens versinnlicht. Die Gesammtcomposition, die sich auf goldschimmerndem Grunde in reichen Farben entfaltet, gliedert sich in ein im Flachbogen geschlossenes Mittelbild von etwa 50 und in zwei kleinere rundbogige Seitenfelder von je 5 Quadratmtr. Fläche. Auf dem ersteren tritt zwischen knorrigen, grünbelaubten Eichenstämmen, vor denen Lilien emporsprießen, als breitbeflügelte Hauptfigur, die eine Hand segnend erhoben, in der anderen die Palme haltend, der deutsche Michael als Friedensgenius hervor. Hinter ihm erblickt man tief im Grunde eine hochgethürmte Stadt; über ihm aber wölbt sich in flammenden Linien der Regenbogen zur Erde nieder und umspannt seitwärts die dort angeordneten Gruppen der über dem Werk sinnenden Meister und des kunstfertigen Handwerkers, der das vollendete Stück dem die Werkstatt aufsuchenden Patricierpaar darbietet. die bei der Arbeit sitzenden, gleich jenen anderen in die Tracht der Renaissance gekleideten Gestalten eines Buchbinders und einer Stickerin füllen dazu die begleitenden Seitenfelder. Auf unserer Väter Art und Thun ist in diesen Figuren und Gruppen hingewiesen und damit auf die Quelle, aus der das wiedererwachende Kunsthandwerk bei uns seine erste Nahrung sog.

   Für das schnell anzufassende und schnell zu vollendende Werk riesigen Umfangs hatte man in dem jetzt in Potsdam ansässigen berliner Maler Max Koch den rechten Meister gefunden. Von den großen Panoramen, in denen er Pergamon, den Brand Roms und die Sintflut schilderte, von seinen Fresken im Rathaus zu Lübeck und von einer langen Reihe sonstiger umfangreichen Schöpfungen decorativer Malerei weiß man, daß nur wenige andere an erstaunlicher Arbeitskraft mit ihm zu wetteifern vermögen. So ward denn auch hier Carton und Farbenskizze bereits in kürzester Frist der Deutschen Glasmosaikgesellschaft Puhl u. Wagner zu Rixdorf übergeben, die für die Ausführung allein in Betracht kommen durfte und in der ihr zufallenden Leistung nun hinter dem entwerfenden Künstler kaum zurückstand. Unter Heranziehung von etwa 30 gründlich eingeübten Arbeitskräften gelang es ihr, die drei Tafeln, bei denen gegen 600 000 Steinchen aus dem farbigen Glaspasten zu schlagen und den Linien und Tönen der Vorlage entsprechend zusammenzufügen waren, in einer Zeit von sechs Wochen fertigzustellen. sodaß die ganze Arbeit Mitte Februar d. J. im berliner Kunstgewerbe-Museum vorgeführt und alsbald, wieder in einzelne Theile zerlegt, nach Paris abgesandt werden konnte.
   Nicht bloß mit diesen Koch´schen Compositionen wird die genannte Werkstatt in Paris vertreten sein. Als eins ihrer neusten Hauptwerke stellt sie den von Spitta in romanischen Formen entworfenen achtseitigen, von eine Bronzekuppel bedeckten, innen aber mit reichem Glasmosaik ausgelegten Brunnen aus, der als Geschenk des Deutschen Kaisers an den türkischen Sultan vor der Hagia Sophia zu Konstantinopel seinen Platz finden soll, sodaß dort neben frühsten Erzeugnissen der Mosaikkunst die modernsten zu sehen sein werden. Dazu gesellt sie die Wiederholung zweier Lunettenbilder aus der reizvollen Decoration des prächtigen Badezimmers, das sie nach dem Entwurf von A. Bembé für Schloß Beggen ausführte, eine neue Darstellung des thronenden Christus aus San Marco in Venedig, mit dessen Nachbildung sie 1890 zum ersten mal an die Oeffentlichkeit trat, sowie noch andere interessante Stücke, von denen ein Porträt Kaiser Wilhelm´s II. seine Stelle im deutschen Hause erhalten hat. Vor einer weiten Oeffentlichkeit wird die Deutsche Glasmosaikgesellschaft damit den Erfolg darthun, den ihr mühevolles Beginnen, die monumentale Technik des Glasmosaiks aus Venedig, wo Salviati sie neu belebte, nach Deutschland zu verpflanzen, in ausdauernder Arbeit allmählich sich errungen hat. War in der Zeit nach den ersten Versuchen, die 1888 begannen, oft genug die bange Sorge in der Werkstatt heimisch, so blickt diese heute auf Hunderte von Ausführungen kleineren und größeren Umfangs für Kirchen und Friedhöfe, für öffentliche und private Gebäude jeder Art zurück. In altüberlieferten und in modernsten Stilformen, in monumentalen und in reichen figürlichen Compositionen hat sie gearbeitet, bis nach Luxemburg und Rotterdam, nach Jerusalem und Tokio Zeugnisse ihres Kunstfleißes geliefert und steht gegenwärtig vor einer Fülle neuer Aufträge, die auf Jahre hinaus ihre Kräfte in Anspruch nehmen. Fd.

Dienstag, 24. Mai 2016

Übergabe der Stadt Teltow an den Burggrafen Friedrich I. von Hohenzollern

Übergabe der Stadt Teltow an den Burggrafen Friedrich I. von Hohenzollern, 1910, Karton zu einem von August Wagner (Puhl & Wagner) ausgeführten Mosaik. Das Mosaik ist nicht mehr erhalten. Abbildung aus: Udo Christoffel (Hrsg.), Berlin Wilmersdorf, Ein StadtTeilBuch, Kunstamt Wilmersdorf, 2. Auflage, 1981, S. 18. Laut Quellenangabe müsste sich das Foto zu der Abbildung im Archiv zur Stadtteilgeschichte im Kunstamt Wilmersdorf befinden.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Erzengel Michael beschützt Arbeit und Ernte

Der Erzengel Michael beschützt Arbeit und Ernte, Entwurfszeichnung zum großen Mosaik für die Weltausstellung in Paris 1900, Verbleib unbekannt.
Abbildung aus: Berliner Architekturwelt, 3. Jg., 1901, Heft 3, S. 79, Abb. 128.

   "Die deutsche kunstgewerbliche Abteilung hat einen bedeutsamen Schmuck durch ein an der Hauptwand angebrachtes, von der Deutschen Glasmosaikgesellschaft PUHL & WAGNER in Rixdorf ausgeführtes Gemälde erhalten, dessen Entwurf und Karton Professor MAX KOCH in Potsdam geschaffen hat. Unsere Abbildung 129 giebt das sich in leuchtenden Farben von goldenem Grunde abhebende Mosaik wieder, das, 9 Meter in der Breite und 6½ Meter in der Höhe messend, zu den grössten gehört, die bis jetzt in Deutschland ausgeführt worden sind. Nach der Idee des Künstlers soll es die Entwicklung des deutschen Kunstgewerbes unter dem Schütze des einigen Deutschlands darstellen, das durch den Erzengel Michael mit der Friedenspalme versinnlicht wird. Zwei mächtige Eichen zu beiden Seiten des Erzengels breiten ihre Aeste über zwei Gruppen aus, von denen die eine Baukunst und Bauhandwerk, die andere das Kunstgewerbe im Verkehr mit den Käufern darstellt. Auch der Regenbogen, der sich über den drei Bildern spannt, soll ein Symbol des Friedens sein, unter dessen Schutz Kunst und Kunstgewerbe blühen.
   In einem früheren, in manchem Betracht interessanteren Entwurf (Abb. 128) hatte der Künstler den Gedanken, die Segnungen des Friedens in den alten Symbolen der Arbeit und der Ernte zu schildern, allgemeiner gefasst und den Erzengel, der den Frieden schirmt, als „deutschen Michel“ etwas wehrhafter und entschlossener dargestellt. Aber mit Rücksicht auf den besonderen Zweck wurde von den Auftraggebern eine engere Beziehung zum Kunstgewerbe verlangt, die in dem ausgeführten Gemälde auch zum Ausdruck gekommen ist. In zwei kleineren, ebenfalls in Glasmosaik ausgeführten Seitenfeldern hat Max Koch als weitere Vertreter des Kunstgewerbes einen Buchbinder und eine Stickerin dargestellt."
Zitat aus: Berliner Architekturwelt, 3. Jg., 1901, Heft 3, S. 80-82.

Die von den "Auftraggebern" gewünschte Änderung geschah wohl eher aus politischer Rücksicht auf Frankreich. Nach dem für Frankreich verlorenen Deutsch-Französischem Krieg von 1870/71 war anzunehmen, dass die zentrale Gruppe mit dem Erzengel Michael auf dem getöteten Drachen in Paris zwangsläufig mißverstanden werden musste, zumindest als ein symbolisches Nachtreten hätte verstanden werden können. Max Koch hat auf den Einwand hin den Entwurf nicht nur entschärft, sondern sogar in eine aktive Friedensbotschaft umgewandelt. Während im Entwurf, ganz national gedacht, der Erzengel Michael eher den Frieden unter den Eichen im Deutschen Reich schützt, wendet er sich in der als Mosaik ausgeführten Version direkt an den fränzösischen Betrachter und präsentiert ihm mit redender und auch beruhigender Geste die Friedenspalme.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Das Gedeihen des deutschen Kunstgewerbes unter dem Schutz des Friedens, Weltausstellung in Paris, 1900

Das Gedeihen des deutschen Kunstgewerbes unter dem Schutz des Friedens, 1900, Mosaik, Mittelteil (abgebildet) 6,5 × 9,0 m, zwei Seitenteile 3,0 × 1,8 m, ausgeführt von Puhl & Wagner.

   „Die vor etwa einem Jahrzehnt in Deutschland eingeführte Glasmosaiktechnik tritt zum ersten Male auf der Weltausstellung in Wettbewerb mit der älteren italienischen Schwester, die ihre Hauptstütze in Venedig fand. Ausser kleineren für die deutsche Abteilung bestimmten Arbeiten, wie das Porträt Kaiser Wilhelms von Max Koner, zwei byzantinischen Lunetten nach A. Bembe, Mainz, mehreren Christusbildern nach älteren Motiven und dekorativen Säulen und Kapitälen schuf die Deutsche Mosaikgesellschaft eine gewaltige Mosaikdekoration für die kunstgewerbliche Gruppe. Sie besteht, nach den Kartons von Max Koch angefertigt, aus einer 9 m breiten und 6 ½ m hohen Hauptgruppe, der sich zwei 1,80 m breite und 3 m hohe Seitenbilder anschliessen. Die mittlere Komposition verherrlicht das Gedeihen germanischen Kunstfleisses unter dem Schutze des bewaffneten Friedens; zwischen zwei kräftigen Eichenstämmen schreitet unter einem Regenbogen ein kräftiger Jüngling, geflügelt, mit dem Schwert umgürtet, eine Palme in der erhobenen Rechten, zwischen aufspriessen- den Lilien herab. Auf der einen Seite erläutert der Künstler dem ausführenden Handwerker seine Ideen, auf der anderen erklärt der Goldschmied einem kauflustigen Paare den Wert seiner Arbeit. Die kleineren Bilder veranschaulichen in leichterer Farbengebung die Kunststickerei und die weibliche Kunstfertigkeit.“
Georg Malkowsky (Red.), Die Pariser Weltausstellung in Wort und Bild, Berlin 1900, Zitat S. 36, obige Abb. auf S. 24. Eine weiter Abbildung des Mosaiks in: Berliner Architekturwelt, 3. Jg., 1901, Heft 3, S. 79, Abb. 129.

Pfauenfedermosaik

Pfauenfedermosaik, 1902, ausgeführt von der Deutschen Glasmosaik-Gesellschaft Puhl & Wagner, Verbleib unbekannt.
Das Mosaik wurde entworfen und realisiert für die Jubiläums-Ausstellung des Vereins für Kunst- gewerbe in Berlin, der 1903 sein 25-jähriges Bestehen feierte und dessen Mitglied Max Koch war.
Die Ausstellung fand an zwei Orten, in der Räumen der Akademie der Künste und in denen der Hochschule für Bildende Künste statt. Das Mosaik war der Blickfang im ersten Hauptsaal der Akademie der Künste, da es direkt gegenüber dem Eingang zur Ausstellung angebracht war. Die Skulptur vor dem Mosaik hat Walther Schmarje (1872-1921) gefertigt. Der Gesamtentwurf des Ensembles dürfte jedoch von Max Koch stammen (nicht die Vitrinen und Lampen).
   „Der erste Hauptsaal (»Uhrsaal«) kommt um so besser zur Wirkung. Sein feines, auf Weiss und metallisches Grau gestimmtes, aber stellenweis durch Gold und satte Töne kontrastiertes Farbenensemble fliesst in Max Koch's Pfauenfedermosaik der Rückwand (Puhl & Wagner) harmonisch zusammen, und die modern gehaltenen weissen Vitrinen der hier vereinten Goldschmiedearbeiten geben kräftige Noten.“
Alfred G. Meyer, "Die Jubiläums-Ausstellung des Vereins für Kunstgewerbe in Berlin", in: Kunstgewerbeblatt, NF 14, 1903, Heft 4, S. 65-74, Zitat S. 68, Abb. S. 65 über dem Titel.
Die obere Abbildung (Ausschnitt) aus: Architekturwelt, 5. Jg., 1903, Heft 10, S. 339, Abb. 534.

Zur Datierung (Ende 1902) der anonyme Artikel "Die letzte Ausstellung im alten Akademiegebäude", in: Berliner Tageblatt, 31. Jg., Nr. 544, 25. Oktober 1902, Abend-Ausgabe, S. 2.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Aufbruch zur Jagd - Mosaik

Aufbruch zur Jagd unter Kurfürst Joachim II. vom Jagdschloss Grunewald, 1910, Karton zu einem von August Wagner (Puhl & Wagner) ausgeführten Mosaik. Rechts unten im Mosaik bezeichnet: "KARTON: MAX KOCH 1910" und links unten "MOSAIK: AUGUST WAGNER (PUHL u. WAGNER) 1910/1963".
Das Mosaik wurde ursprünglich für den Schmuck der Hohenzollerndammbrücke von 1910 in Berlin-Wilmersdorf konzipiert und dort, zusammen mit einem zweiten Mosaik von Max Koch, das die "Übergabe der Stadt Teltow" zeigte, auch ausgeführt. Mitte der 1950er Jahre wurde die Brücke abgerissen. Das Mosaik "Übergabe der Stadt Teltow" wurde dabei vernichtet. Das erhaltene Mosaik "Aufbruch zur Jagd" wurde abgenommen und an der Straßenfassade des Seniorenheim Koenigsallee in Berlin-Grunewald, Koenigsallee 15, neu und etwas verändert angebracht.     

Samstag, 5. Dezember 2015

Das Neue Theater am Schiffbauerdamm - Mosaik

Muse der Kunst, 1892, Entwurf und Karton für das von Puhl & Wagner ausgeführte Mosaik an der Ecke des Wohnhauses vor dem Neuen Theater am Schiffbauerdamm (heute Berliner Ensemble).
Das Mosaik war seit den späten 1950er Jahren bis 1997 zugemauert, um eine einheitliche Reklamefläche an der Fassade zu gewinnen. Nach seiner Wiederentdeckung wurde Die Muse der Kunst durch Carsten Hüttich (Wandwerk) 1999 restauriert.